Dinge die man kauft und hoffentlich niemals braucht

Hört sich erst mal komisch an und doch haben wir alle solche „Dinge“. Das sind beispielsweise Versicherungen, Verträge und Defibrillatoren . Jedoch geht es in diesem Beitrag um die Rettungsinsel oder  Rettungsflöße wie der Schiffssicherheitsverordnung (SchSV) es nennt. Viele Boote haben sie an Bord und niemand möchte sie wirklich im Ernstfall einsetzen müssen. Wir fühlen uns auch besser wenn wir wissen, dass wir im Ernstfall einen „Plan B“ haben. Doch wird dieser auch funktionieren? Wo habe ich die Insel verstaut? Wie wird sich ausgelöst? Und wie kommen ich überhaupt in die Insel? Mit diesen Fragen wird sich wohl jeder verantwortungsvolle Schiffsführer mal auseinander gesetzt haben.

Insbesondere bei den Einstiegshilfen gibt es große Unterschiede

Schon kurz nach dem Kauf der Decision und noch vor unserem ersten längeren Törn über die Nordsee haben wir uns ein Liferaft zugelegt. Wir haben uns für eine gebrauchte, etwa ein Jahr alte, Insel in der Tasche entschieden. Seit dieser Zeit fristete sie ihr Dasein in der Backskiste unter Festmachern, Leinen und eben Dingen, die man so in der Backkiste über die Zeit ansammelt;-). Brav holen wir sie alle drei Jahre raus und bringen sie zur Wartung. Doch die fast 40kg schwere Tasche aus der Backkiste zu holen ist ein echter Kraftakt und wir sind über diese Lagermöglichkeit nicht wirklich glücklich.

Nachdem die Insel nun erneut „abgelaufen“ ist und inspiriert durch den Artikel von Sönke Röver auf Blauwasser haben wir uns erneut mit der Thematik beschäftigt. Unsere Decision ist ein kleines Boot und somit sind die Stauoptionen begrenzt. Eine Tasche unter Deck oder in der Backkiste wollten wir nicht länger. Im Ernstfall ist das Rettungsmittel aus unserer Sicht nicht schnell genug einsatzfähig. Den Heckkorb können wir nicht verwenden und daher bleibt nur die Decksmontage als praktikable Lösung übrig.

Zunächst ging es für uns im Januar 2026 auf die Boot nach Düsseldorf. Wir möchten uns verschiedene Modelle anschauen. Vor dem Besuch der Messe war unser Favorit die Insel von Plastimo, jedoch hat uns die Einstiegshilfe am Ende nicht überzeugt. Die Produkte von Viking überzeugen in Punkt Sicherheit voll und ganz, liegen aber außerhalb unseres Budgets. Letztendlich war die Reise doch sehr aufschlussreich, auch wenn wir am Ende nur wussten, was wir nicht möchten.

Letztendlich haben wir uns für eine SeaSafe / Pro-Light PL-SR4 entschieden. Für uns maßgeblich für die Entscheidung sind:

  • Stabile und praktische Einstieghilfe
  • kompakte Abmessungen des Containers
  • 12 Jahre Garantie
  • Selbstaufrichtend
  • attraktiver Kaufpreis / Wartung

Nachdem nun die Maße für den Container der Insel feststehen, haben wir einen Dummy gebaut und dieser hat uns eine Woche an Deck begleitet. So können wir am Ende am Besten bewerten, ob uns die Insel „stört“. Ist der Blick nach vorn eingeschränkt (insbesondere im Hafen)? Stört sie beim Laufen über das Deck oder beim Setzen der Segel? Bekommen wir unsere Fender noch verstaut? Das Ergebnis fällt positiv aus und wir können die Insel und den Halter ordern.

Montage

Für die Montage der Halterung müssen wir etwas tricksen, denn das Rettungsfloß ist genau über dem Deckslüfter montiert. So lassen wir uns bei einer örtlichen Schreinerei Teackleisten mit der „Krümmung“ des Tecks anfertigen. Diese kleben wir auf und haben eine exakt ebene Fläche für die Montage.

Die nächste kleine Herausforderung haben wir mit dem Niederholder. Dieser ist mit einem Draht am Baum befestigt. Daher ersetzen wir den Draht gegen Dynema. Zwar stößt die Leine im Normalfall nicht an, ist aber insgesamt die smartere Lösung

Unser neues „Kästchen“ begleitet uns seit ein paar Wochen. Hoffen wir mal das wir es nie „auspacken“ müssen.

Mit neuer Manschette in die Saision

Ostern steht vor der Tür und wir brummen mit unserem Womo Richtung Woudsend ins Winterlager. Die Decision steht noch in der Halle und ist teilzerlegt. Im Herbst haben wir Batterien, Elektrik und Verkleidungen rund um den Motor entfernt. Warum? Das leidige Thema Saildrive-Manschette. Also das innere und äußere „Gummiding“ rund um das Saildrive. (Hier gibt es ein paar Beispielbilder) Wir wissen nicht genau wann die Manschette bei unserem Boot zuletzt getauscht wurde; jedoch im besten Fall seit 2011, beim Tausch der Maschine. Volvo schreibt einen Tausch nach 7 Jahren vor, allerdings findet das in der Praxis kaum Anwendung.

Nachdem das komplette Saildrive hierzu entfernt werden muss, werden auch alle Dichtungen und Simmerringe ersetzt. Mit der neuen Farbe sieht es auch wieder „schick“ aus. Unser Ruder hängt nun auch wieder am Boot, denn auch hier war das untere Lager mal wieder fällig und ist ersetzt. Original sind die Ruderlager leider nicht mehr zu bekommen, jedoch gibt es eine Alternative von der Firma IGUS. Sie bieten auch spezielle wasserbeständige Kunststoffe an. Wer hierzu weitere Infos braucht, darf sich gerne melden.

Der finale Test

Nun kommt der spannende Moment, in dem die Decision wieder ins Wasser kommt.-Alles dicht?- Auch Techniker Marco steht bereit, um die Dichtigkeit des Bootes zu prüfen – begleitet von jenem leisen Restzweifel an der eigenen Arbeit, der wohl selbst den Besten nicht ganz fremd ist. 😉.

Doch alles ist gut und dicht! Der Rest ist mehr oder weniger Routine. Mast stellen, Motor starten, Rigg einstellen, Segel anschlagen, Wasserfilter einbauen und jede Menge Teile wieder zurück an Bord bringen. Zu guter Letzt wird noch eine neue Umlenkrolle für die Rollleine der Genua installiert. Das ist im Grunde keine große Sache, jedoch muss man hierzu in der Backskiste um die Ecke nach oben greifen um die Mutter zu befestigen. Das wird zum Geduldsspiel -doch am Ende schaffen wir es mit vereinten Kräften und Trick 17.👍

Lemmer

Unsere Route nach Enkhuizen führt uns dieses Jahr über Lemmer. Wetterbedingt verbleiben wir hier einen Tag und besuchen das Woudagemaal. Ein dampfbetriebnenes Pumpwerk aus dem letzten Jahrhundert. Wirklich beeindruckend und sehr empfehlenswert.

Überfahrt nach Enkhuizen

Kaiserwetter erwartet uns bei der Überfahrt nach Enkhuizen. Frühlingshaft frisch aber mit viel Sonne und angenehmen 3Bft Amwindkurs.

Nach getaner Arbeit, insbesondere das Deck hat eine gründliche Reinigung nach dem Winter nötig, bringen wir noch unserer Rettungswesten zur Wartung. Als Saisonauftakt genießen wir ein Bierchen bei herrlichem Frühjahrswetter in der Brauerei. Zurück an Bord erreicht uns noch eine WhatsApp mit einer Einladung auf „F27“. Wir freuen uns sehr und haben uns einiges zu erzählen.

Zurück nach Hause

Mit Bahn und Bus machen wir uns am folgenden Tag auf den Weg nach Woudsend, um unser Womo zu holen. Da wir am Ostersonntag nicht direkt nach Hause möchten, machen wir einen kleinen Abstecher nach Papenburg. Dort schauen wir uns bei Nieselregen den Ort an, bevor wir unseren Campingplatz anfahren. – Nach einem kleinen Sparziergang durch das Aschendorfer Obermoor, geht es 450 km über die Autobahn nach Hause.

Ausprobiert und für gut befunden: Deckspumpe

Irgendwann im Laufe dieses Jahres erreicht uns eine email vom Compagnieshaven. Neben einigen anderen Infos geht es um die Nutzung des Trinkwassers am Steg. Kurz um: Das Wasser soll bitte nur noch als Trinkwasser verwendet werden und insbesondere nicht zum Waschen des Decks. Da wir auf Grund der vielen Spinnen und insbesondere deren Ausscheidungen das Deck recht häufig waschen, müssen wir uns etwas einfallen lassen.

Option A: Pütz und Schrubber.

Option B: Eine elektrische Deckspumpe.

Bei unserem nächsten Besuch in Enkhuizen schauen wir bei Joosten Watersport vorbei, um uns eine solche Deckspumpe erst einmal anzuschauen. Naja, beim Anschauen ist es nicht geblieben. Für etwas 130 Eur inkl. Akku und Ladegerät, ist das Teil zu uns an Deck gewandert.

Wir haben uns für eine Batavia 18V Akku-Wasserpumpe mit 5AH Akku und 12V Ladegerät entschieden. Die 12V Variante ist für uns praktischer, da wir nicht immer ausreichend 230V zur Verfügung haben.

Pro:
- sehr leise
- ausreichend Wasserdruck
- in 3 Minuten einsatzbereit
- Akku reicht bei uns für etwa 2x putzen
- Filter inklusive

Contra:
- recht teuer
- Hersteller ist uns nicht bekannt. Haltbarkeit?
- kein kompatibles Akkusystem bekannt
- braucht Platz an Bord

Fazit: Eine Deckspumpe (Option B) ist absolut empfehlenswert. Es spart Trinkwasser und macht einen enorm flexibel.
Warum haben wir die Pumpe nicht schon früher gekauft?

Crash! Boom! Bang!

30.05.2025: An der Schleuse in Stavoren warten schon einige Boote auf Einlass. Das Wetter ist recht warm, sonnig und viele Deutsche nutzen den Brückentag. Die Ampel schaltet auf grün und die Kolone setzt sich in Bewegung. Wir kommen gerade noch so mit rein und müssen uns, unter Anweisung des Schleusenpersonals, noch ein paar Zentimeter nach vorne verholen, damit die Brücke geschlossen werden kann.

Doch HALT! Warum starten die „Decisions“ erst Ende Mai in die Saison?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir noch einmal kurz gedanklich in das Jahr 2024 springen. Genauer gesagt zum 21.09.2024. An diesem Tag ist Wolfgang mit einem Freund, nennen wir ihn mal Michael, auf Männertörn unterwegs. Sie wollen von Enkhuizen nach Workum segeln, doch ihre Reise wird gegen 13 Uhr südlich von Vrouwezand bei Stavoren gestoppt.

Eine andere Yacht rammt die Decision mit ihrem Bugkorb, was dazu führt, dass der Heckkorb der Decision herausgerissen und verbogen wird.

Der Schock sitzt beiden tief in den Knochen. Doch…Ruhe bewahren und funktionieren. Wir und das andere Boot halten an und es werden Fotos gemacht und Daten ausgetauscht.

Nachdem sich der erste Schreck langsam leg und Tanja informiert wurde, überlegen beide, was nun zu tun wäre. Da das Achterstag der Decision auch am Heckkorb angeschlagen ist, setzen wir keine Segel, um das Rigg nicht zu belasten. Wir entscheiden, weiter nach Stavoren zu fahren -unter Maschine bis nach Woudsend ins Winterlager. Das scheint die beste Option zu sein. Auch kann hier die Decision direkt in die Halle, damit keine weiteren Schäden durch eindringendes Wasser entstehen.

Michael und Wolfgang machen sich noch einen gemütlichen Abend bei leckerem Essen in Woudsend und treten – unfreiwillig- die Rückreise nach Enkhuizen per Bus, Bahn und Fähre an.

Leider verzögert sich die beauftragte Reparatur zunächst und bei unserem ersten Besuch Anfang Mai sind die Arbeiten nicht fachgerecht erledigt worden.

Zurück in Enkhuizen

Durch die Nachbesserungsarbeiten starten wir daher dieses Jahr in eine verkürzte Saison. Nichtsdestotrotz freuen wir uns, dass die Decision mit neuem Heckkorb, verstärkter/reparierter Achtertagaufnahme und GFK-Reparatur wieder schwimmt.

Update Juli 2025: Zwischenzeitlich haben wir auch die Nachricht erhalten, dass die gegnerische Versicherung den Schaden am Heckkorb begleichen wird.

Griffig und dicht

Ist morgen schon Oktober? Die Segelsaision 2023 ist für uns irgendwie verflogen und wir können es noch gar nicht fassen, dass wir gerade Richtung Winterlager aufbrechen. Gefühlt haben wir doch erst vor kurzem unseren neuen Liegeplatz in Enkhuizen bekommen. Alles Jammern nützt nichts, denn auch wenn das Wetter noch überhaupt nicht herbstlich ist, so ist unser Urlaubskonto für dieses Jahr fast aufgebraucht.

30.09.2023

Wir legen einen Stopp in Stavoren ein. Ursprünglich wollten wir uns mit zwei anderen Seglern hier treffen, doch leider konnten die beiden wegen eines unfreiwilligen Krankenhausaufenthalts nicht kommen. Sehr schade.

Nach der Durchfahrt der Johan-Friso-Schleuse finden wir einen netten Platz im Stadthafen hinter der Insel. Unser Lot fängt schon bei der Einfahrt in die Gasse an, wild zu piepsen und als wir in der Box fest sind steht auf dem Display „0,0 m“. Nichts passiert. Der Hafen ist zwar vor einigen Jahren gebaggert worden, doch von Jahr zu Jahr schlammt er wieder zu.

Am Abend überlegen wir noch wie wir die nächsten Tage verbringen und organisieren. Tanja fährt in drei Tagen wieder nach Hause und Wolfgang bleibt noch etwas in Woudsend um einige ToDo´s von der „Liste“ zu streichen. Bei dem schönen Wetter möchten wir gerne noch etwas auf dem Wasser bleiben und nach Sneek segeln. Doch schon übermorgen ist recht viel Regen gemeldet und wir haben auch keine Lust die Segel im Regen abzuschlagen. Und noch viel weniger, das Boot bei Regen auszuräumen!

01.10.2023

So geht es am nächsten Morgen unter Genua Richtung Osten und weiter nach Woudsend! Nachdem wir schon fleißig am Boot gewerkelt haben, freuen wir uns auf eine Pizza bei der örtlichen Pizzeria. Doch Fehlanzeige -dauerhaft geschlossen-. Nach einigem hin und her landen wir schließlich im Watersport und werden nicht enttäuscht.

02.10.2023

Der Tag startet gemütlich mit einem netten Frühstück an Bord. Leider tröpfelt es draußen und so nehmen wir unser Mahl unter Deck ein.

Ausräumen gehört sicher nicht zu unseren Lieblingstätigkeiten, doch leider ist dies heute nicht zu vermeiden, denn es geht aus dem Wasser. Am Steg ist das Entladen deutlich einfacher als an Land. So wandert Tasche für Tasche in unsere beiden Autos. Da unser WoMo aktuell „unpässlich“ ist, mussten wir die Variante mit zwei Autos wählen. Nachdem wir die Descision am Nachmittag noch ordentlich geputzt haben, geht es dann zum Campingplatz, um unser Domizil zu beziehen

TREKKERSHUT im De Rakken
03.102023

Zwei große ToDo´s stehen auf der Liste, welche wir schon einige Zeit vor uns her schieben. Eigentlich gar keine große Sache, jedoch etwas nervig und zeitaufwendig um es ordentlich zu machen!

  • Abdichten des Heckkorbs an den Stützen
  • Erneuerung der Handläufe an und unter Deck

Nachdem Steven das Boot in die Halle gestellt hat, legen wir auch gleich los. Wir müssen die Schrauben des Heckkorbs lösen um ihn leicht anzuheben, aber eben nicht ganz entfernen. Das möchten wir absolut vermeiden, da dies bedeuten würde wir müssten sechs „Löcher“ gleichzeitig bei der Montage treffen! Doch das ist leichter gesagt als getan. Einige Muttern sind nur mit akrobatischen Übungen in der hinteren Backkiste erreichbar

Am Ende gelingt es uns, gemeinsam alle Muttern zu lösen und den Heckkorb durch leichte Schläge etwas nach oben zu bekommen. Wir entfernen den alten Kleber und bringen Butylband (Infos zur Verwendung https://sy-decision.de/2020/08/16/klappe-zu/) an. Jetzt beginnt der schwierigere Part der Sache, denn die Muttern müssen wieder auf die Stehbolzen geschraubt werden. Nachdem wir gefühlt dutzende Male Mutter oder Scheibe in der Backkiste versenkt haben, gelingt es uns, den Heckkorb wieder fest zu ziehen. Das Tageswerk ist vollbracht!

04.10.2023

Tag des Abschieds: Schon am frühen morgen verlässt Tanja unser Camping-Domizil um nach Düsseldorf zu fahren. Sie muss heute wieder arbeiten und nutz die Rückreise für einen Termin in Düsseldorf. Direkt am Campingplatz gibt es eine Ladesäule und so startet Tanja mit 100% Ladung in das Abenteuer E-Auto und Fernstrecke. Die Fahrt klappt recht gut und unterwegs nach Hause lädt sie an der Autobahn noch einige KW nach.

Wolfgang hingegen kümmert sich um das nächste ToDo. Die Handläufe. Da sich die alten Bolzen nicht lösen lassen, besteht nur die Möglichkeit, die Handläufe abzuschneiden. Mit der richtigen Säge für den Fein-Multimaster gelingt dies schnell. Irgendwie tut der erste Schnitt doch immer etwas weh;-)

Nach der Demontage der alten Handläufe werden alle Löcher mit angedicktem Epoxy verschlossen. Am Nachmittag wird der Rumpf wieder auf Vordermann gebracht.

05.-08.10.2023

In den folgenden Tagen werden die Handläufe montiert, der Rumpf dulont und einige weitere Kleinigkeiten gereinigt und repariert.

Die neuen Handläufe hat Wolfgang zu Hause schon vorbereitet. d.h. der unter Deck befindliche Handlauf ist lackiert und es sind Rampamuffen montiert. Dies hat den Vorteil, dass die Handläufe auch in Zukunft bei Bedarf wieder demontiert werden können.

Im nächsten Schritt werden die neuen Löcher für die Handläufe gebohrt und probehalber montiert. Die Löcher decken sich zwar zu 90% mit den alten Löchern. Jedoch um sicher zu gehen werden alle Löcher erneut mit Epoxy verschlossen.

Ein kleiner Tipp: Der Schaum der Maxi ist recht „offen“ und des weiteren gibt es eine Innenschale. Daher ist es empfehlenswert das Harz etwas anzudicken um zu verhindern, dass alles zwischen die Schale oder in den Schaum läuft. Die Löcher sollten mind. 3 mm größer gebohrt werden als benötigt. Somit ist sichergestellt, dass der Bohrkanal auch in Richtung Schaumkern dicht ist! Zum Epoxy: Man sollte einen Härter wählen, welcher recht schnell (30-45 Minuten Verarbeitungszeit) härtet. Somit ist man sicher , dass am nächsten Tag die Masse hart genug ist um erneut zu bohren.

Montage der Handläufe

Nachdem das Epoxy über Nacht fest/hart geworden ist, können die Löcher gebohrt werden. Zur Befestigung werden Gewindestangen in die Rampamuffen geschraubt und der Handlauf wird von unten durch das Deck gesteckt. Da im Falle der Decision der Handlauf leicht gebogen ist, ist dies mit nur zwei Händen ein nerviges Unterfangen. Des Weiteren ist das Deck unterschiedlich dick und so muss jede Gewindestange individuell angepasst werden. Für die Abdichtung verwenden wir auch hier Butyl in der Farbe weiß. Der obere Handlauf wird mit Muttern befestigt. Hier ist eine Rohrsteckschlüssel hilfreich, da eine normale Nuss in der Regel zu dick für die Bohrung ist.

Zu guter Letzt werden Teakstopfen eingeklebt. Hierzu eignet sich recht gut 5-Minuten Epoxy. Mit dem Fein Multimaster kann man diese einfach runden und passend schleifen.

Am Samstag Nachmittag werden alle Werkzeuge und Materialien im Auto und Anhänger verstaut. Letzte Reinigungen von Staub und Schmutz durchgeführt.

Tschüss Decision! Wir sehen uns in 2024 wieder.

–

Decksdurchführungen – aber richtig?

Hand aufs Herz. Kein Eigner macht es wirklich -Löcher durch das Boot- und insbesondere durch das Deck bohren. Denn meist ist das Deck aus einem Sandwichmaterial, welches sehr „allergisch“ auf Feuchtigkeit reagiert!

Auch wir hatten auf der Decision schon viele Löcher an Bord – insbesondere nachträglich gebohrte, also nicht ab Werk.

Nach und nach hat Wolfgang alle Stecker, Klampen und Durchführungen erneuert. Die von uns gewählte Methode hat sich bewährt und ist mit vertretbarem Aufwand zu erledigen. In diesem Beispiel erneuern wir die Steckdose für den Windanzeiger aber das Prinzip ist grundsätzlich immer gleich.

Die Vorbereitungen

Zuerst muss man sich die richtige Stelle für das „Loch“ aussuchen. Es ist einfacher von oben nach unten zu bohren, jedoch muss man exakt messen wo man „unten“ raus kommt. In unserem Fall ist es einfach, da schon ein Loch vorhanden ist. Das neue Loch sollte mindestens 3 mm größer sein als das Kabel.

Danach muss das Loch von unten gut abgeklebt werden. Wir verwenden meist ein Malertape und als zweite Schicht Racetape. Sollte es wie in unserem Fall noch alte Schraubenlöcher geben. Dann müssen diese aufgebohrt werden. z.B. 5mm tief mit 4mm Bohrer. Danach alles ordentlich entfetten. Aceton oder Entfetter.

Wichtig – gewissenhaft abkleben
alte Schaubenlöcher ausbohren
Harzen

Beim „Harzen“ ist die Vorbereitung mit der wichtigste Schritt. Alles bereitlegen und den Untergrund schützen. (Folie, Pappe etc) Man kann hier klassisches Epoxy verwenden oder auch 5-Minuten-Epoxy. Die Festigkeit von 5-Minuten-Epoxy ist für diesen Zweck ausreichend und man spart einen Tag Trockenzeit. Es empfiehlt sich das Harz leicht anzudicken, da es sonst sehr wässrig ist. Wir verwenden hierzu Microspheres.

Das Mischungsverhältnis muss bei Epoxy exakt eingehalten werden. Andernfalls wir das Harz nicht fest oder bleibt klebrig.

Jetzt werden alle Löcher nach und nach verfüllt. Es empfiehlt sich, vorsichtig im Loch zu stochern um mögliche Luftblasen zu entfernen. Insbesondere bei einem neuen Loch in Verbindung mit einem Schaumkern wird man erstaunt sein, welche Menge Epoxy in dieses kleine Loch passen.

Das neue Loch

Nachdem das Harz komplett ausgetrocknet ist, können wir das neue Loch bohren. Dieses sollte dann mindestens 3mm kleiner als das ursprüngliche sein.

Das Harz hat den Kern gefestigt und bewahrt ihn vor Feuchtigkeit, da das Epoxy eine Sperrschicht ist. Durch das kleinere Loch haben wir quasi eine Hülse erzeugt welche keine direkte Verbindung zum Kern hat.
Die neue Kabeldurchführung

In unserem Fall ist es eine Steckdose für den Windmesser. Es könnte auch eine Kabeldurchführung oder eine Klampe sein. Wir verwenden BUTHYL DICHTBAND und keine Dichtmasse. (siehe https://sy-decision.de/2020/08/16/klappe-zu/https://sy-decision.de/2020/08/16/klappe-zu/) Wir haben mit grau oder weiß die besten Erfahrungen gemacht.

Überschüssiges Material sollte man nach dem Anziehen der Schrauben mit einem scharfen Cuttermesser entfernen/abschneiden. Nicht einfach ziehen, da man sonst das Buthyl quasi unter dem Stecker herauszieht.

Die Schraubenlöcher mit kleinem Bohrer verbohren, damit das Gelcoat nicht ausbricht.

Die Schrauben selbst bekommen unter den Kopf auch noch etwas Dichtband.

Wie macht ihr das bisher?

Schreibt es in die Kommentare-

Was zum Saisonende noch alles geschah: Überführung, ein erfreulicher Anruf und Winterarbeiten

Es ist der erste Oktober und die Wetterprognosen sind eher mäßig für dieses letzte Segelwochenende. Wir bringen die Decision in das gewohnte Winterlager nach Woudsend. Es ist schon fast zur Routine geworden und doch ist es jedes Jahr wieder anders.

Am Sonntag Morgen werfen wir die Leinen in Andijk los und rauschen nur unter Genau Richtung Lemmer. Der Kurs über Lemmer ist etwas angenehmer, denn auf dem Ijsselmeer steht von gestern noch eine unangenehme Welle. Plötzlich klingelt Tanjas Iphone und es ist der Hafenmeister vom Companieshaven in Enkhuizen. Er bestätigt uns am Telefon, dass wir wieder einen Liegeplatz in Enkhuizen bekommen. Die Freude ist groß! Zwar bekommen wir nicht mehr unseren alten J2 zurück aber B10 liegt zumindest sehr sehr zentral.

Wir haben irgendwie, nachdem wir gefühlt eine Ewigkeit an der Schleuse in Lemmer gewartet haben, keine Lust mehr weiter zu fahren. So beschließen wir mal den Hafen „Lemmer binnen“ auszuprobieren. Wir kochen und machen uns an Bord einen gemütlichen Abend. Am Montag, bei Sonnenaufgang, geht es dann die letzten Meilen nach Woudsend.

In Woudsend angekommen laden wir aus, räumen auf und schlagen die Segel ab. Das geht inzwischen alles recht fix von der Hand und irgendwann ist das Auto auch schon voll. Das war’s – Saisonende – und wir fahren nach Hause

Zeitsprung: Es ist Ende November und inzwischen steht die Decision in der Halle. Wolfgang macht sich auf denWeg nach Woudsend , jedoch dieses mal etwas entschleunigt per E-Mobil.

Es stehen einige Arbeiten an, welche wir gerne im Winter erledigen, um im Frühjahr „entspannt“ starten zu können. Der Luxus eines Hallenplatztes macht uns hierzu auch noch komplett wetterunabhängig.

Rumpf versiegeln

Wir nutzen nun schon seit drei oder vier Jahren die Produkte von Dulon. Einmal im Jahr wird der Rumpf gereinigt und versiegelt. Man braucht etwas Übung und Geduld bei der Anwendung des zweikomponentigen Mittels, jedoch ist das Ergebnis überzeugend und der Schmutz bleibt die restliche Saison fern.

Kleiner Anwendungstipp: Dulon 1 auftragen und vollständig trocknen lassen. Nichts machen! Dann erst Dulon 2 auftragen und vollständig trocknen lassen! Das kann bei niedrigen Temperaturen etwas dauern. Immer ein sauberes Tuch zum Polieren bzw. Abwischen verwenden. Viel Erfolg!

Winschen warten

Auch das Zerlegen der Wischen macht Wolfgang gern an Land, denn wir haben schon zu viele „Dinge“ im Hafenbecken versenkt und diese Gefahr besteht an Land einfach nicht. Ja wir sind im Versenken zwischenzeitlich wahre Experten„;-) Wir verwenden zum Reinigen Surfasolve. Geniales Mittel, sehr sparsam im Gebrauch, da es nicht verschmutzt, den der Schmutz löst sich nicht auf sondern trennt sich am Boden ab. Danach verwenden wir Fett (Gear Grease) und Öl (Racelube) von Lewmar. Auf die Sperrklinken sollte man kein Fett geben. Hier reichen zwei Tropfen Öl. Da man nur sehr wenig benötigt, ist der relativ hohe Preis durchaus gerechtfertigt.

Halter für den Pinnenpiloten

Rückblick: Wolfgang hatte für den neuen PiPi eine Halterung bzw. Erhöhung (aus Eiche) gebaut, damit der Pipi schön waagerecht zur Pinne liegt. Leider hat der erste Versuch der Konstruktion sich als nicht so stabil herausgestellt und wir mussten während unserer Auszeit das „Teil“ etwas modifizieren. Nicht schön aber zumindest haltbar für diese Zeit. Zwischenzeitlich haben wir dazu gelernt und die neue Erhöhung ist aus Teak gebaut und direkt verbolzt.

Die drei Arbeitstage in Woudsend gehen schnell vorbei, da die Tage doch schon deutlich kürzer sind und damit auch die nutzbare Zeit.

Wir wünschen allen Lesern eine schöne ruhige Winterzeit.

cu Tanja&Wolfgang

SY Decision

Ausprobiert: Polsterreinigung

Viele Bootsbesitzer lieben es. Die Mittelchen zur Pflege und Reinigung unserer Schätzchen. Oder wer hat sich noch nicht beim Stöbern in der „Pflegeabteilung“ eines Yachtausrüsters erwischt. Gelbstreifenentferner, Alu-Glanz oder Lackauffrischer. All diese Wundermittelchen sollen unsere Boote wieder zu frischen Glanz verhelfen. Doch mal Hand auf Herz. Wer reinigt und pflegt so gewissenhaft seine Bootspolster? Wir jedenfalls bisher nicht.

Nach unserer Auszeit stand eine Grundreinigung unserer, inzwischen etwa 10 Jahre alten, Bootspolster an. Eigentlich wollten wir die Polster professionell reinigen lassen. Doch dies erwies sich als schwierig bis fast unmöglich. Durch einen Tipp aus dem Segeln-Forum sind wir auf die DIY Methode per Teppichreiniger gekommen.

Kurzum hat Wolfgang sich bei DM einen Sapur-Teppichreiniger und das dazu passende Reinigungsmittel käuflich erworben. Wie der Name schon sagt, ist das Produkt primär für Teppiche gedacht. Doch auch Polster können gereinigt werden. Die Anleitung hierzu findet man auf der DM Website.

Und so sind wir vorgegangen:

  1. Wir legen das jeweilige Polster auf Wäschegestell bei uns zu Hause im Hof. (es wir alles sehr nass)
  2. Beide Seite werden großzügig mit dem Sapur-Reiniger eingesprüht. Dabei werden die Polster recht nass.
  3. Nun wird mit dem Sauger von allen Seiten zweimal abgesaugt. Oberseite-Unterseite-Rand-Oberseite-Unterseite-Rand Durch das Drehen kommt das schmutzige Wasser besser aus dem Kernmaterial.
  4. Nach dem Absaugen sind die Polster noch feucht und müssen getrocknet werden. Wir haben die Polster drei Tage im Heizungskeller getrocknet. Danach fühlt es sich wieder trocken und frisch an.
Fazit: Der reine zeitliche Reinigungsaufwand für unsere 6 Polster plus Teppich betrug etwa 4 Stunden. Die Kosten sind sehr überschaubar, denn der Teppichreiniger kann kostenlos ausgeliehen werden. Lediglich der Sapur-Reiniger kostet rund 20 EUR. Reinigungsergebnis: Alleine die drei vollen Eimer "schwarzes Wasser" sprechen für sich. Die Farbe der Polster ist kräftiger und der Geruch frisch und angenehmen. Wunder sollte man aber auch nicht erwarten, denn Flecken lassen sich nur bedingt entfernen.
-keine Werbung- Das ist unsere subjektive Meinung ohne jegliche finanzielle Unterstützung.
 👍

Zurück zum Start

Heeg 23.09.2021

Nach dem Frühstück treffen wir wieder unsere „Mainzer- Chartercrew“. Die beiden Pärchen haben sich ein kleines Segelboot in Lemmer gechartert und sammeln ihrer ersten Erfahrungen. Bei ihrer Ankunft gestern Abend hatten sie bei kräftigem Wind ihre liebe Mühe in die Box zu kommen und das Boot ordentlich zu vertäuen. Denn es fehlte, wie so oft, ein weiterer Festmacher für eine Achterspring. Auch wir haben auf Charterbooten diese Erfahrung gemacht. – vier kurze Festmacher- das wars.

Wir helfen noch kurz beim Abgelegen, nehmen unseren geliehenen Festmacher zurück und manövrieren uns aus dem Schlick. Es geht nur einmal um die Ecke zu Miedema Sails. Der „Parkplatz“ ist auch etwas flach und so können wir nur bis zur Hälfte des Steges vorfahren.

Der Mitarbeiter kommt zu uns an Bord und wir besprechen kurz unser Vorhaben, eine neue Genua soll es werden. Der Segelmacher vermisst etwa 20 Minuten unser Boot und wir klären letzte offene Fragen/Punkte. Wir schlagen auch gleich die Sprayhood und das Großsegel ab, legen es zusammen und lassen es zum Waschen/Kontrollieren/Nachnähen gleich dort.

Für die Frage nach dem geeigneten Segeltuch und die Frage, ob wir lieber einen UV-Schutzstreifen am Achterliek oder eine komplette Segelabdeckung haben möchten, erbitten wir uns noch eine Nacht Bedenkzeit bzw. wollen wir das abgeänderte Angebot abwarten, da wir ohne genaue Preisindikation die Entscheidung nicht treffen wollen.

Nun liegt noch das sprichwörtlich letzte Paar Meilen der Saison und unserer Reise vor uns. Von Heeg bis zu unserem Winterlagerplatz nach Woudsend sind es nur 2 Seemeilen. Etwas nackt kommen wir uns vor, so ganz ohne angeschlagene Segel. In Woudsend angekommen, stoßen wir noch mit einer extra für diesen Moment aufbewahrten letzten Dose finnischen Bieres an und lassen all die gesammelten Eindrücke noch einmal Revue passieren.

Viel vorbereiten für unsere Heimfahrt können wir noch nicht. Wolfgangs Schwester wird uns am Sonntag abholen aber Taschen packen macht noch keinen Sinn, da uns diese sonst nur im Weg herumstehen würden. Wir lassen den letzten Tag also ruhig angehen mit Stadtbummel und einem Abschlussessen in einem unserer Lieblingsrestaurants, dem “Ponkje”.

Woudsend 24-26.092021

Als Wolfgangs Schwester eintrifft, beginnt das große Taschen packen. Wir versuchen, so viel wie möglich ins Auto zu packen. Rechtzeitig bevor es leicht zu regnen beginnt, ist das Auto bis zum Anschlag gefüllt. Alles, was wir jetzt nicht unterbekommen haben, muss Wolfgang dann mitnehmen, wenn er für die anstehenden Winterarbeiten noch einmal nach Woudsend fährt.

Nach der ganzen „Packerei“ geht es erst mal eine Kleinigkeit Essen.

Direkt am Kanal und vor der Brücke lassen wir uns es uns im Watersport schmecken.

Nach vielen Autobahnbaustellen erreichen wir am Abend wieder Reichelsheim – Vielen Dank Gitti für den spontanen Fahrdienst!

Woudsend 29.09.-04.10.2021

Noch bei strahlendem Sonnenschein fährt Wolfgang mit dem Womo, bepackt mit allerlei Utensilien, Richtung Woudsend los. Schon vor der niederländischen Grenze fängt es an zu regnen. Der Regen nimmt in den weiteren Tagen nicht ab und und insbesondere in der Nacht kommt starker Wind hinzu! Wolfgang ist froh, dass wir auch dieses Jahr in der Winterhalle stehen, denn andernfalls wäre die Aktion wohl ins „Wasser“ gefallen.

Schon im Laufe unserer Reise haben wir eine ToDoListe gepflegt, welche Wolfgang in den nächsten Tagen abarbeitet. Kleine Reparaturen, Pflege und Verbesserungen, aber im Grunde nichts wildes. Denn unsere Decision hat die 2551 sm unserer Reise fast schadlos und tapfer gemeistert. Mit 42 immer noch Topfit!

Wie und das war es? Nicht ganz, es folgt noch ein Beitrag zu unserer Auszeit. Also bleibt dran!

Wir müssen an den Haken

Stora Rör 27.06.2021

Natürlich haben wir uns es nicht nehmen lassen und haben uns von dem sehr leckeren Bäcker noch mal Brötchen geholt. Wir genießen das Frühstück bei bestem schwedischen Sommerwetter, in der Pflicht. Heute soll es nach Pataholm an eine Boje gehen. Doch zuvor muss noch schnell der „technische Check“ erfolgen: Bilge, Seewasserfilter, Motor und Getriebe prüfen. Doch bei der Kontrolle des Saildrive-Peilstabs kommt der Schock! Das Öl ist nicht wie gewohnt honiggelb sondern gleicht mehr einem Milchkaffee. -Wir haben Wasser im Öl-

Nach einer kurzen Besprechung wird uns klar, dass wir so unsere Reise nicht weitermachen können und eine Werkstatt mit Kran brauchen werden. Weiter nach Norden oder zurück nach Kalmar? Kalmar sind nur 11 sm und es gibt einen VP-Servicebetrieb. Auch wenn es schwerfällt geht es zurück nach Kalmar und so tuckern wir aus dem Hafen und setzen sofort Segel. Schließlich möchten wir das Saildrive nicht unnötig belasten. Der schwache Südwest bringt uns aber doch recht flott wieder zurück nach Kalmar. Noch unterwegs erreicht uns eine SMS der HAPPY OUR2. „Fahrt ihr zurück nach Kalmar?“ – Ja leider antworten wir…

Wir bekommen von der HAPPY OUR2 noch zahlreiche Tipps und Adressen von weiteren Betrieben. Denn schließlich ist es Sommer in Schweden und viele Unternehmen haben zu oder laufen auf „Sparflamme“ und so ist es ungewiss, ob wir bei der Kalmar Marina überhaupt Erfolg haben. Auch Cecilia, eine Maxi84 Eignerin aus Stockholm, bietet uns sofort Hilfe an und stellt sogleich eine Anfrage in einer schwedischen Facebook-Gruppe.

Kalmar 28.06.2021

Pünktlich um 8:00 Uhr stehen wir vor der Tür von Kalmar Marina. Wir sind der zweite Kunde und erklären sogleich unser Problem. Nach einer kurzen Rücksprache mit dem Techniker ist es klar; es wird wohl der Simmerring sein. Doch leider wird auch direkt klar, dass dieses Ersatzteil nicht auf Lager liegt. Jedoch die gute Nachricht ist, dass dieses in Göteborg verfügbar ist und am nächsten Tag geliefert wird. Wir vereinbaren, gleich noch die Opferanoden mit tauschen zu lassen.

Zugleich sind wir „happy“, dass wir Aussicht auf eine schnelle Reparatur haben, doch auch etwas skeptisch, ob dies wirklich so reibungslos funktioniert.

Den restlichen Tag verbringen wir mit einem Spaziergang und Wolfgang steht noch eine Stunde bei Telia an, um eine Halebop Telefonkarte zu kaufen. – Die Schweden haben irgendwie viel Zeit und Geduld- Keine Meckern und Vordrängeln.

Kalmar 29.06.2021

Um 13:09 Uhr klingelt das Telefon und Fredde von der Kalmar Marina ist dran. Das Ersatzteil ist da und wir können sofort zum Kran fahren.

Wir packen alles zusammen und legen ab. 15 Minuten später legen wir an den übergroßen Reifen neben dem gelben Kran an. Es ist etwas schwierig, die Fender so zu platzieren, dass wir nicht allzu viele schwarze Streifen bekommen.

Fredde begrüßt uns und sofort wird der Kran gestartet- Das Abenteuer beginnt! Bei frischem Wind von der Seite schwingt die Decision ordentlich in den Gurten. Aber alles geht gut!

Wir werfen noch einen Blick auf des Unterwasserschiff, alles bestens, und gehen in die Stadt. So gegen 16 Uhr, meint Fredde, werden sie fertig sein.

Wir bummeln durch die Stadt und essen noch ein Eis. Beim Warten am Hafen plaudern wir noch mit unseren Nachbarliegern von der FiftyFifty, welche gerade auf ihre Wäsche warten. Spontan bieten sie uns sogar ihre freie Kabine an, sollte die Decision heute nicht ins Wasser kommen.

Um 17:01 Uhr klingelt das Telefon und Fredde sagt, dass alles fertig sei und wir kommen können. Puhh das hört sich gut an!

Fredde zeigt uns direkt einige Bilder und erklärt uns, was gemacht wurde. Wir sind sehr erleichtert, dass wohl alles funktioniert hat.

Wir passieren nur unter Genua nun zum dritten Mal die Ölandbrücke und nutzen den guten SW um nach Borgholm zu segeln. Denn für die nächsten Tage ist die Wetterprognose eher schlecht:-(

Epilog: Trotz dieses ärgerlichen Zwischenfalls sind wir doch positiv gestimmt und zugleich erfreut über die vielen Reaktionen und Unterstützungen. Daher möchten wir uns bei der HAPPY OUR2 und Cecilia für die tatkräftige Unterstützung bedanken. Bei der Crew der FiftyFifty für das spontane Angebot der Kabine. (Hoffentlich trifft man sich noch mal) Auch bei Kalmar Marina und insbesondere Fredde für die kurzfristige Reparatur. Jedoch auch bei Volvo Penta, welche für ein 40 Jahre altes Saildrive immer noch Ersatzteile vorhalten. (In der Automobilindustrie undenkbar!)