Technik-Upgrade 2.0

Wieviel Technik braucht es überhaupt auf einem Segelboot? Darüber wurde schon viel geschrieben, diskutiert und wahrscheinlich auch gestritten. Von der fast autonom fahrenden Luxusyacht bis zum Küstenkreuzer mit Kompass und einfachem Handlot, segelt fast alles um unsere heimischen Küsten herum. Wir sind deutlich mehr bei der Fraktion Küstenkreuzer anzusiedeln und leben und segeln nach dem Motto „keep-it-simple“.

Also was bringt uns mehr Technik an Bord? Die Hauptpunkte sind Komfort und Sicherheit. Klar, das kalte Bier aus dem Bordkühlschrank gehört sicher in die Kategorie Komfort. Bei Sicherheit denken wir unter anderem an das Thema GPS. Ein einfaches Hand-GPS reicht sicher aus, um die genaue Position binnen Sekunden zu erhalten. Der erfahrene Seemann kann diese dann auf die Seekarte übertragen um seine Position zu bestimmen und aktualisieren. Dieser Vorgang, bei rollendem Boot, kann unter Deck recht unangenehm (Komfort) aber auch langwierig (Sicherheit) werden. Die Position von der Seekarte im Plotter abzulesen ist daher auch ein klarer Zeitgewinn und somit auch ein Sicherheitsfaktor. Aber jede Technik kann und wird irgendwann versagen und daher sollte man sich nie von einem technischen System abhängig machen!

Warum beschäftigen wir uns nun mit einem Upgrade unserer Bordtechnik? Dazu müssen wir auf unseren Sommertörn 2020 zurückblicken. Auf dieser Reise machte nämlich unser betagter ST2000+ endgültig schlapp. Schon vor einigen Jahren hat Wolfgang die Kontakte des Elektromotors gereinigt und zwei kalte Lötstellen repariert. Doch dieses Mal scheint es der endgültige Exitus zu sein. Er steuert einige Minuten und quittiert seinen Dienst mit „piep piep Piep“ nach wenigen Minuten. Das ist sehr nervig und für längere Schläge nicht mehr zu gebrauchen. Zu sehr haben wir uns an den Komfort gewöhnt und möchten einen Pipi nicht mehr missen!

Auswahl der Komponenten

So haben wir in den vergangen Wochen diverse Literatur, Prospekte und Webseiten gewälzt, um uns über ein passendes System zu informieren. Recht schnell stellt sich heraus, dass es nur zwei passende Alternativen für uns gibt.

A) Wir lassen alles wie es ist und kaufen uns einen neuen Raymarine ST2000+

B) Wir erweitern unser System mit einem Raymarine EV-100 System.

Warum gibt es für uns nur zwei Alternativen für einen elektrischen AP? Das hängt mit dem Ruder der Maxi84 zusammen. Wir haben nämlich ein angehängtes Ruder und somit fallen alle Systeme weg, welche direkt auf den Ruderquadranten wirken. Daher benötigen wir weiterhin ein System mit Schubstange, analog dem ST2000, welche direkt auf die Pinne wirkt.

Der EV-100

Welche Vorteile bring das EV-100 System im Vergleich zum Raymarine ST2000+ oder vergleichbaren Pinnenpiloten? Das Raymarine EV-100 System ist eine modulares System und besteht aus Sensor EV-1. Dieser 9-Achsen-Heading-Sensor überwacht alle Bewegungen des Bootes und gibt die Informationen in das SeatalkNG Netzwerk weiter. Der Autopilot kann somit sein Steuerverhalten auf die Stampf- und Rollbewegungen genau anpassen. Die ACU-100 ist die eigentliche Steuereinheit und kontrolliert den Antrieb. In unserem Fall eben der Q047. Eine Schubstange, welche analog einem Pinnenpiloten installiert wird. Zur Bedienung des Systems wird noch eine Autopilotbedieneinheit p70s benötigt. Hierüber erfolgt die Konfiguration und Bedienung. Dieses modulare System kann Aufgrund der Daten des EV-1 deutlich genauer steuern. Je mehr Daten dem System zu Verfügung stehen, desto mehr Optionen können verwenden werden.

Die Windfahne: Eine Windfahnensteuerung ist die Königsklasse. Vollkommen ohne elektrische Energie kann das Boot über Stunden oder gar Tage exakt anhand des Windwinkels gesteuert werden. Doch dies ist Aufgrund der Kosten/Größe und der Art unseres Ruders nicht realisierbar!

Jedoch kann die EV-100, wenn die entsprechenden Werte zur Verfügung stehen, nach dem Windwinkel steuern. Jedoch ist dazu ist die Richtung des scheinbaren Windes und die Fahrt durchs Wasser notwendig.

Nach vielen Überlegungen und Telefonaten haben wir uns kurzum entschlossen, die Bordinstrumente zu erneuern und einen EV-100 Autopilotensystem zu installieren. Um die Sache bezüglich einer komfortabelen Bedienung abzurunden und auch zukünftig Updates einzuspielen, haben wir noch einen Raymarine Axiom 7+ ergänzt. So ein MFD kann als klassischer Plotter, also zur Anzeige der Seekarte verwendet werden und auch NMEA2000 Daten anzeigen, beispielsweise Wassertiefe, Windrichtung, AIS oder auch Tankinhalt (bei entsprechendem Geber).

Der Einkauf

Letztendlich ist die Bestellliste mit weiteren Kabeln und Adaptern recht lang geworden;-) Fairerweise erwähnen wir auch die Nachteile des EV-100 Systems: deutlich höherer Preis und deutlich mehr Komplexität!

Auf unserer „Technik-Wunsch-ToDo-Liste“ sind noch zwei Punkte aufgeführt.

A) Austausch des alten KFZ Sicherungshalters im Motorraum

B) 230 Volt Wechselspannung ohne Landstrom

So wie es der Zufall so will, ist Wolfgang über ein unschlagbares Angebot eines Victron Phoenix 12/1200 VE.Direct gestoßen. Eigentlich ist das Gerät eine Nummer zu groß für unsere Batteriekapazität, doch etwas Reserve schadet ja bekanntlich nicht.;-) Auch ein neuer Sicherungshalter von Votronic ist schnell gefunden. Es folgen noch diverse Kabel, Kabelschuhe und eine gebrauchte Klauke K07 Kabelpresszange. Damit ist es möglich, professionelle und dauerhaft haltbare Kabelpressungen von 6mm² bis 50mm² zu fertigen.

Vorbereitung

Bevor der Einbau der Komponenten beginnen kann, müssen wir einiges vorbereiten und vorproduzieren. Zum einen brauchen wir ein neues Innenleben für unsere Backkiste und des Weiteren eine neue Blende für unsere Instrumente.

Denn die Bohrungen und Befestigungslöcher der alten Instrumente (Nasa Target2) passen nicht annähernd für die Raymarine Instrumente. Dazu bauen wir aus 8mm Bootsbausperrholz kurzerhand eine Blende. Nach der Bohrung der Ausschnitte, wird diese zusätzlich noch mit Epoxy gestrichen, um einen möglichst dauerhaften Wasserschutz zu erreichen. Danach erfolgt die Lackierung mit drei Schichten 2K Bootslack in Maxi-Beige;-) Für die Ausstattung der Backkiste verwenden wir 9 mm dicke Siebdruckplatten. Diese sind relativ leicht und zugleich von Haus aus feuchtigkeitsbeständig.

Der Einbau

Für die Montage nimmt sich Wolfgang eine Woche Urlaub und tuckert mit Womo nach Woudsend. Unser „Rimorius“ ist gut beladen mit Werkzeug und Material und dient außerdem als Basislager für die Refitwoche. Die Zeit vergeht sehr rasch. So gegen 08:30 Uhr geht es meist los bis es gegen Abend dunkel wird und man in der Bootshalle nichts mehr sieht.

Leider sind die Lichtverhältnisse, in der Bootshalle, recht schlecht. Darunter hat die Qualität der Bilder teilweise etwas gelitten. Wir Liefern im Frühjahr ein Update.

Der Borddurchbruch für die neue Logge birgt eine weitere Überraschung. Die alte Logge ist mit gefühlt einer Kartusche Sikaflex verklebt. Nach dem Ausbau stellt sich auch heraus, warum dies so ist. Das Bohrloch ist unterschiedlich dick. (rechts etwa 7mm dicker als links) Vor dem Einbau der neuen Logge muss dies noch ausgeglichen werden.

Alles Instrumente, Sensoren, Geber und Geräte haben den ersten Funktionstest erfolgreich bestanden. Wir freuen uns über einen ausgiebigen Praxistest im Frühjahr.

Wir werden berichten!

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Travel and Work (Deel 2/2)

Den zweiten und etwas kürzeren Teil unseres Urlaubs verbringen wir mit einigen notwendigen Reparaturen und Erneuerungen. Da wir uns zu Zweit an die Arbeit machen, sollten wir mit dem geplanten Arbeitspensum in den vier Tagen gut durchkommen, wenn es nicht noch zu ungeplanten Hindernissen kommt. Doch lest selbst!

Die ToDo Liste ist übersichtlich:

  • Ausmessen der Genua
  • Mastlänge messen (wir kennen bisher nicht die genaue Höhe des Mastes)
  • Steuerbordlenzrohr ausbauen und neu abdichten
  • Alle Seeventile ausbauen und neue einbauen

Ausräumen und Auswassern – Tag 1

Bevor es richtig los geht, müssen alle Sachen von der Decision ins Womo verladen werden. Dies dient in den nächsten Tagen als Basisstation. So können wir alle Werkzeuge und Utensilien einfach am Abend liegen lassen.

Ausbau der Borddurchlässe – Tag 2

Nach dem Auswassern machen wir uns gleich an die Demontage der Seeventile. Zuerst werden alle Schläuche und Schlauchschellen entfernt. Bei einigen Ventilen lässt sich die Mutter noch lösen und wir können durch etwas Drehen den Borddurchlass entfernen.

Bei anderen wiederum müssen wir mit einem sogenannten Stufenbohrer dem Borddurchlass von außen zu Leibe rücken. Letztendlich brauchen wir für unsere fünf Ventile rund fünf Stunden zum Entfernen. Das geht sicher etwas schneller, doch es ist auch unser „erstes Mal“. Insbesondere in Motorraum und unter der Küche ist man quasi im Blindflug unterwegs. Der Platz unter der Küche ist sehr begrenzt und das „Loch“ nicht einsehbar:-(.

Leider ist, wie befürchtet, der Borddurchlass in der Küche undicht und es steht etwas Wasser unter der Mutter. Das Auslassventil der Toilette tropfte schon die gesamte Saison vor sich hin und Tanja hatte hierfür schon einen Spezialauffangbehälter gebaut! Dieser verhindert, dass sich das „Pipiwasser“ in der Bilge ausbreitet und üble Gerüche verbreitet!

Auswahl der Ventile

Jedoch haben wir uns bei den „neuen“ für Ventile aus hochschlagfestem Polymer-Kunststoff der Firma Trudesign entschieden. Eins vorweg: Ja wir kennen die zahlreichen Beiträge und durchaus kritischen Stimmen zu diesem Produkt. Aber es gibt ebenso viele positive Stimmen und gute Erfahrungen mit diesem. Letztendlich finden wir, dass man einem hochfesten Kunststoff mehr vertrauen kann, als einem alten und schon teilweise entzinkten Messingventil. Insbesondere bei einem Boot aus GFK;-)

Dabei sind einige Besonderheiten bei der Auswahl und Einbau zu beachten. Diese Art von Ventil „bauen“ alle etwas größer. d.h. gegenüber einem Messing- oder Edelstahlventil benötigt man mehr Platz. In unserem Fall ist dies besonders unter der Küche etwas knifflig. Dabei machen der schräge Rumpfboden und die festen Schubladkästen schon das Ausmessen zum Geduldsspiel. Denn der Durchlass selbst, ist nur zu „erfühlen“. Des Weiteren ist natürlich der Preis zu nennen. Das bisschen „Plastik“ ist nicht gerade günstig und etwa doppelt so teuer wie Messing. Doch hier lohnt es zu vergleichen, denn die Preisunterschiede sind beachtlich! Wir haben ein günstiges Angebot von Herrn Brouer (https://www.fockschot-shop.de/) bekommen und sind mit der Beratung sehr zufrieden. Insbesondere das Küchenventil mit T-Handle ist schwer zu bekommen und nicht bei jedem Händler verfügbar. Denn die Truedesign Produkte kommen aus Neuseeland und dürfen um die halbe Welt reisen! Folglich kann es in Zeiten der Pandemie mit der Lieferung auch etwas etwas länger dauern.

Lenzrohre – Tag 2

Nach dem Ausbau der Regalkonstruktion aus Holz in der Backskiste, welche sich als nicht weiter benutzbar zeigt, kann man gut die undichte Stelle am Lenzrohr erkennen. Dank der Hilfe von Steven lösen wir mit vereinten Kräften die Verschraubungen. Schließlich demontieren wir beide Lenzrohre. Backbords ist leider auch etwas Feuchtigkeit hinter

der Mutter. Die „Reste“ der Backkistenkonstruktion eignen sich allerdings nur noch als Schablone für den Bau einer neuen. So werden die Teile sogfältig beschriftet und verpackt für den Abtransport nach Hause.

Danach werden die Bohrungen der Borddurchlässe gesäubert und mit 120er Schleifpapier geschliffen. Dies sorgt für einen besseren halt des Primers, welchen wir später aufbringen.

Vorbereitung der Montage der Seeventile – Tag 3

Danach erfolgt der Trockeneinbau. d.h. wir montieren alle Teile ohne Kleber und markieren die genaue Einbauposition. Dies ist mit der wichtigste Schritt der ganzen Montage. Denn insbesondere in der sehr beengten Lage, dürfen sich die Griffe beim Öffnen und Schließen nicht behindern! Das ganze ist ein kleines Geduldsspiel. Tanja markiert die Position des Durchlasses von außen und Wolfgang versucht, die Position von innen anzuzeichnen.

Dabei bemerken wir, dass der Bordurchlass für den Toilettenabfluss nicht passt. Das Loch ist 1 1/4″ und unser neuer Durchlass 1 1/2″. So müssen wir das alte Loch, welches übrigens schön schief gebohrt wurde, um etwa 6 mm vergrößern und begradigen. Diese kleinen „Extras“ strapazieren unseren Zeitplan ein wenig!

Am Ende unseres zweiten Arbeitstags behandeln wir noch alle Löcher mit Epoxy-Primer.

Montage der Seeventile – Tag 4

Die Endmontage ist bei guter Vorbereitung kein Problem. Zur Vorbereitung gehört:

  • Trockeneinbau aller Teile
  • Position Durchlass und Ventil innen und aßen markiert
  • Flächen angeschliffen und entfettet.
  • Tücher zum reinigen liegen bereit

Der Bordduchlass wird mit Marinedichtstoff (wir verwenden den empfohlenen Dichtstoff 3M™ Marine Adhesive Sealant 5200 Fast Cure) mit einer dicken Wurst rund um den äußeren Teil bestrichen.

Des Weiteren kommt noch ein „Klecks“ Dichtmittel unter die Lastaufnahme (Load Bearing). Dies soll nicht der Dichtigkeit dienen, sondern lediglich ein mögliches Klappern am Rumpf verhindern.

Die Seeventile für das Bad sitzen bei der Maxi84 steuerbords unter der Vorschiffskoje. Die Bedienung der Ventile, insbesondere für den Toilettenabfluss, ist daher umgelegt.

Für die Trudesign Ventile mussten wir hierzu eine gesonderte Konstruktion bauen, um das Ventil weiterhin „aus der Ferne“ bedienen zu können. Wer dies nachbauen möchte, darf sich gerne an uns wenden.

Besonders eng wurde es unter der Küchenzeile. Das Ventil muss leider ohne Lastkragen montiert werden. Nur in dieser Position lässt sich das Ventil ohne „Behinderungen“ öffnen.

Ach ja, die Mastlänge!

-12,70 Meter von der Wasserlinie bis zur Antennenspitze-

Unsere ToDo´s haben in geplanten Zeitraum abschließen können und wir haben sogar noch etwas Zeit für die gastronomischen Angebote Woudsends – proost

Die Refit-Serie 2020 ist aber noch lange nicht zu Ende. Es bleibt spannend;-)

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Ecksitze für die Reling

Wir haben schon einige Anfragen bezüglich unserer Relingssitze erhalten. -Wo kann man die kaufen? Wie sind die Sitze befestigt? Gibt es weitere Bilder (von unten und von der Seite )-

Daher möchten wir hier nur einige Bilder und Hinweise unserer Sitze veröffentlichen und zum Nachbau ermutigen. Auch wir sind lediglich „Nachahmer“, denn wir haben die Idee von unserem Vorbesitzer übernommen. Die Sitze waren in einem sehr schlechten Zusand und taugten daher nur noch als Schablone. Nun haben wir den Nachbau schon fünf Jahre in Gebrauch und finden sie immer noch Klasse!

Hinweis: Sehr frühe Baunummern haben wohl einen etwas anderen Heckkorb ohne Längsstrebe!

Zum Aufbau: Wir verwendeten einfache Multiplexplatten welche mit 3 Schichten 1k Bootslack von Epifanes lackiert wurden. Zur Befestigung an der Reling verwendeten wir Nuova Rade Federklemme für Bootshaken. Bei der Auswahl sollte man einen Halter mit außen liegenden Schrauben wählen um Kratzer an der Reling zu vermeiden. Um eine möglichst gerade Sitzfläche zu bekommen, ist die äußere Seite des Sitzes etwas aufzudoppeln. (siehe Bilder) Die Klemme für die Längsstütze haben wir zusätzlich mit einem Klettband gesichert.

neue Kleider

Während unseres letzten Sommertörns löste sich unser Großsegel an der einen oder anderen Stelle auf. Das Alter des Tuches ist unbekannt und inzwischen seidendünn; diese Tatsache nimmt uns die Entscheidung quasi ab. Wir brauchen ein neues „Groß“! Wir studieren zahlreiche Beitrage in Segelzeitschriften und Beiträgen aus dem Internet und wägen die Vor- und Nachteile bestimmter Konfigurationen ab. Die Bestellung soll noch im Herbst 2018 erfolgen, denn so werden zum einen die Winterpreise gültig sein und zum anderen können wir im Frühjahr mit neuem Material starten.

Angebote werden eingeholt und Qualität (Material, Tuch), Preise und Erreichbarkeit verglichen. Letztendlich fällt die Entscheidung auf einen lokalen Segelmacher in Enkhuizen. Ausschlaggebend und wichtig ist uns die gute Erreichbarkeit vor Ort. Auch bei der Wahl des Segels sind wir dem Rat des Segelmaches gefolgt und haben uns für ein offenes Unterliek und gegen ein durchgelattetes Großsegel entschieden. Wir ordern gleich noch eine neue Großsegel-Persenning, eine Abdeckung für die Pinne und einen Regenschutz für das Schwalbennest. Das Schwalbennest ist bisher durch eine Eigenkonstruktion geschützt. Dies ist unter anderem sinnvoll, um das Motorpanel vor Dauerregen zu schützen. Wir wählen einen Blauton passend zu unserer Sprayhood.

Wie bereits im Saisionstart 2019 berichtet, passte der kugelgelagerte Rutscher nicht in die Segelzuführung. Der Rutscher ist zwischenzeitlich vom Segelmacher gegen einen Selden Rutscher getauscht. Doch das neue Kleid passt der Decision immer noch nicht so recht. Das Vorliek vibriert und der kugelgelagerte Rutscher geht nur mit etwas Gewalt in die Segelzuführung. Auch die Kunststoffrutscher haken immer wieder beim Setzten des Großsegels und so benötigt man sehr viel Feingefühl, bis das Tuch oben ist.

Daraufhin haben wir eine Reihe von Verbesserungsmaßnahmen gestartet:

  • Das Mastfall wurde verändert und der Riggtrimm optimiert. Durch unser neues Wantenspannungsmaessgerät  (riggsense) geht das nun auch sehr flott.
  • Der Segelmacher hat die Vorliekspannung im Segel noch etwas erhöht.
  • Der Segelzuführungsbeschlag wurde vom Rigger (Tipp von unserem Stegnachbarn; Danke Micha)  getauscht. (Es gibt eine geänderte Version ohne „Nase“ am oberen Beschlag)

Vom  Rigger bekommen wir den Hinweis (Wolfgang hat es auch schon bemerkt), dass die Kunststoffrutscher (Trommelrutscher) nicht zu unserem Selden (E-Profil) Mast passen. Diese werden durch uns noch (durch passende A014) ersetzt. Wir werden hierzu noch ein Update schicken und berichten.

Insgesamt sind wir mit der Segelleistung des neunen Segels sehr zufrieden. Die Decision läuft „gefühlt“ (subjektive Wahrnehmung) einen halben Knoten schneller.

schönes Profil
Großegel-Persenning und Pinnen-Persenning
Abdeckung Schwalbennest

PS: Da unser Notebook kurzfristig die Arbeit eingestellt hat, gab es auch zwischenzeitlich nichts neues. Das wird sich jetzt wieder ändern

Winterzeit

Winterzeit – bootsfreie Zeit. Eine Zeit der Erholung mit einer anderen Fokussierung der Freizeitaktivitäten. Joggen, wandern, Kino und auch mal lange Filmabende rücken in den Vordergrund. Selbst der Garten und das Haus brauchen in dieser Jahreszeit mehr Aufmerksamkeit. Müsste nicht noch die Garage aufgeräumt werden…

Seit Oktober steht unser Boot nun wieder in der geschützten Halle. Damit rückt auch die Wettervorhersage für die Niederlande in der Prioritätenliste weit nach hinten. Keine Bedenken über flatternde Planen oder schlagende Leinen plagen uns in diesem Winter. Auch der Gedanke des lästigen Entfernens von Schmutz und Grünspan im Frühjahr kommt nicht auf. Die Decision ist nämlich bereits sauber und frisch gewachst, bereit für die kommende Saison.

Die ToDo-Liste ist weitestgehend abgearbeitet. So sind die Wischen gereinigt und gefettet und mit neuen Sperrklinken versehen. Auch die neuen Stecker an Deck sind montiert. Die Mittelklampen sind neu befestigt und die alten Löcher mit Epoxy vergossen. Selbst unsere leidige Kielfuge zeigt sich in einem guten Zustand.

Wir wünschen allen Lesern unseres Blogs eine gute Saison 2019

Neues für die Bordbar

Winterzeit ist Ausrüstungszeit. Dieses Mal möchten wir euch etwas Besonderes für die Bordbar vorstellen. Rum! Ein besonderer Rum. Ein gesegelter Rum.

Inspiriert durch die NDR Reportage sind wir sozusagen auf den Geschmack gekommen. In dem Projekt von Kapitän Cornelius Bockermann geht es um umweltfreundliches Frachtsegeln, um somit den Kontrast zur konventionellen Seeschifffahrt aufzuzeigen. Sicherlich ein schwieriges Unterfangen, in diesem Geschäft profitabel zu arbeiten und darum unterstützen wir dieses Projekt sehr gerne. Der Rum wird uns in der nächsten Saison auf der Decision begleiten. Eine kleine Kostprobe haben wir uns schon zu Hause gegönnt und wurden nicht enttäuscht.

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40 Meter V4A Ankerkette und 8 Meter Vorlauf

Neben dem Rum gibt es noch ein weiteres Highlight! Eine neue Ankerkette! Bisher haben wir, auch aufgrund unseres mangelhaften Ankergeschirrs, nicht geankert. Das wird sich nun hoffentlich ändern! Wir werden berichten!  

Komfortpackete: LED Innenbeleuchtung und Multifunktionstisch Klapptisch Drehtisch

So oder so ähnlich würde wohl die Automobilindustrie unsere beiden Verbesserungen bezeichnen.  Wir haben zwei Deckenleuchten im Salon der Decision montiert. Dabei handelt es sich wohl nicht mehr um die originalen Leuchten. 

über den kleinen Taster in der Mitte ist die Lampe dimmbar und umschaltbar auf rot

Vielmehr wurde hier mal eine Halogenlampe Modell „Baumarkt“ nachgerüstet. Nun erstrahlen hier zwei neue Lampen von Prebit. Die Lampe über dem Tisch ist sogar dimmbar und auf Rotlicht umschaltbar.

Einen „großen“ Tisch in der Pflicht haben wir schon häufiger vermisst. Das Essen nehmen mit dem Teller auf den Beinen ein. Das hat nun ein Ende! Schon im Herbst habe wir ein Lagun Tischgestell erworben. Auf der „BOOT“ gab es dann auch noch die passende Tischplatte dazu. Die Kombination ist einfach genial. Das Lagun-Gestell ist sehr einfach zu verstellen und absolut stabil. Mit einer selbstgebauten Halterung verschwindet der Tisch in der Backskiste, ohne wertvollen Stauraum zu verschwenden.  Nun können wir den Nachmittagskaffee im Hafen genießen. 

 

 

 

Saisonstart 2018 mit Hindernissen – Ein Rückblick

Früh geht es dieses Jahr schon zurück ins Wasser und das sollte doch alles ganz easy sein. Die Decision stand den Winter in der Halle und im Herbst wurde bereits der Rumpf poliert. Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht.

Auto vollgepackt mit Bootskarm

Bei schönsten Aprilwetter reisen wir nach Woudsend, wo unser Boot schon mit stehendem Mast in der Box liegt. Somit haben wir uns das schon mal gespart, Wir räumen alle Utensilien ein und wundern uns über das Ausmaß. Unser Auto ist mal wieder bis zum Anschlag voll! Die Nacht verbringen wir nicht auf der Decision sondern im einem Airbnb Bauernhof in Woudsend. 

Mystisch das Ijsselmeer

Nach einem sehr ausgiebigen Frühstück geht es dann  über Stavoren nach Enkhuizen. Die erste Fahrt in diesem Jahr macht Spaß; obwohl wir so früh dran sind, haben wir Glück mit den moderaten Temperaturen und schon fast mystisch liegt das  IJsselmeer vor uns. Als wir in Enkhuizen ankommen, stellen wir etwas Wasser in der Bilge fest. Was nun? Ist die Kielnaht doch nicht dicht? Mit etwas mulmigen Gefühl geht es auf die Heimreise. Doch wir kommen ja kurze Zeit später wieder.

Wir gönnen uns im April noch eine weitere Woche. Auf dem Stundenplan steht für Tanja fünf Tage Sprachkurs „Niederländisch fuer Deutschsprachige, WEITfortgeschrittene (B2)“ am Goetheinstitut  und für Wolfgang „Refit Elektro, Batterie und diverses“. Wir wählen den Sixhaven in Amsterdam als Basislager für uns. Der Hafen ist einfach genial zentral gelegen und bietet auch sonst alles.

Tanjas Woche:

Auf Grund einer Empfehlung und der Tatsache, dass Tanja in ihrem NL-Volkshochschulkurs in Frankfurt schon am Beispiel einer Mitschülerin erlebt hat, wie effektiv und zielführende die vom Goethe-Institut Amsterdam angebotenen Niederländischkurse sind, hat sie sich Ende letzten Jahres für die Teilnahme an einem Intensivkurs im April entschieden.

3 Niveaustufen bietet das Goethe-Institut an. Nach einem Einstufungs-Telefonat darf sie an der dritten Niveaustufe (B2) teilnehmen.

Der Kurs findet im Gebäude des Institutes in der Herengracht statt, in einem sehr schönen Altbau mit von außen ungeahnter Größe und mit einem wunderschönen, riesigen Garten/Innenhof mit Sitzgelegenheiten für die Pausen. Umso schöner wirkt der Garten bei diesem Kaiserwetter und durch die vielen Bäumen, die in voller Blüte stehen.

Der Kurs beginnt am Montag um 09:30 Uhr. Die Gruppengröße liegt bei 14 Teilnehmern und alle sind super nett und auf Anhieb sympathisch. Auch die Lehrer sind klasse. Einfach professioneller und moderner Sprachunterricht, der richtig Spaß macht. Besonderer Wert wird auf das aktive Sprechen gelegt und den damit verbundenen Abbau der Hemmungen. Grammatik, Hör- und Leseverständnis kommen aber auch nicht zu kurz und unsere persönlichen Wünsche werden im Unterricht berücksichtigt. Der Unterricht geht bis 15:30 mit entsprechenden Pausen aber die Stunden vergehen wie im Flug. Für abends gibt es dann noch jede Menge Hausaufgaben, die – wenn man sie ernst nimmt, einen noch mindestens 2 Stunden beschäftigen.

Corinna, eine Bekannte aus dem Volkshochschulkurs in Frankfurt nimmt ebenfalls am Kurs Teil – was für ein Zufall. Zweimal in der Woche machen wir abends gemeinsam unsere Hausaufgaben; einmal gehen wir danach noch Corinnas neu erstandene 50 qm große Wohnung in Amsterdam ansehen und an einem anderen Abend gehen wir zusammen die Decision besuchen.

…noch schnell klar Schiff machen!

Wolfgang ist ganz froh darüber, dass Tanja auch nach dem Kurs noch laaaaaange mit Hausaufgaben beschäftigt ist; das gibt ihm Zeit, die Tagesaufgaben abzuschließen und das dadurch entstandene Chaos zu beseitigen……

 

Wolfgangs Woche:

Optima Batterie 44AH

 

Die Batterien: Wir wollen unsere Kapazität der Batterien erweitern. In einem 28ft Boot ist dies nicht immer ein leichtes Unterfangen. Daher hat Wolfgang im Winter schon einen neuen Batteriekasten für die Starterbatterie gebaut. Dieser findet nun im Motorraum Platz . Die Wahl fällt auf eine

Zwei Verbraucherbatterien parallel geschaltet

Optima Top Red 44AH. Diese Batterien kommen noch recht gut mit den Temperaturen im Motorraum klar. Die Verbraucherbatterien werden parallel geschaltet und somit stehen uns 148 AH zur Verfügung. Die

neue Sicherungen in der Zuleitung der Schalttafel

entsprechenden 50 mm² Kabel haben wir speziell bei SVB anfertigen lassen, da mir das Werkzeug hierfür fehlt. Des Weiteren wird noch ein Temperatursensor für das Batterieladegerät verbaut.

 

alte Schalttafel

Die Schalttafel: Die Schalttafel in der Maxi hat zwar bisher gute Dienste geleistet, doch ist die Verkabelung fragwürdig und eine Erweiterung ist nicht möglich. Die neue Schalttafel ist eine „Phlippi 316“ mit 

Die Baunummer der Decision hinter dem Schaltpanel

Reihenklemme vor dem Einbau

16 Schaltkreisen und einer auf unsere Bedürfnisse abgestimmten Absicherung der Verbraucher. Alle Verbraucher werden nun beschriftet und auf einer Reihenklemme zusammengeführt. Für bestimmte Verbraucher wie Instrumente, Kompass und das Topplicht werden Reihenklemmen mit Stecksicherung (1A) verwendet, da hier der Leitungsquerschnitt der Kabel sehr klein ist. Der Ausschnitt für die neue Schalttafel muss erweitert werden. Hiebei erweist der Fein Multimaster sehr gute Dienste. Am Platz des alten analogen Voltmeters findet ein USB und eine 12 Volt Steckdose Platz. Auch im Schwalbennest haben wir nun endlich eine wasserdichte USB/12 Volt Steckdose, um das Ipad zu laden. Oberhalb der Schalttafel befindet sich noch der neue Batteriemonitor „victron BMV 702“. Er überwacht die Spannung von Start- und Servicebatterie. Zur Überwachung der Batteriekapazität und des aktuellen Verbrauchs wurde eine aktiver Messshunt eingebaut. Dazu müssen alle Massekabel über den Messshunt zur Batterie geführt werden.

Das AIS: Nach vielen Recherchen im Internet und zuletzt dem Besuch auf der Boot, haben wir uns für aktives AIS entschieden. Es gibt noch einen extra Punkt an Sicherheit, wenn andere uns auch sehen können. WLAN für das Ipad stand auch auf der Must-have-Liste. Somit fiel die Entscheidung auf das „EasyAIS A151“ von Weatherdock.

hinten in der dunklen Hundekoje verrichtet der A151 nun seinen Dienst

Für den Einbau wählen wir den Platz oberhalb der Hundekoje aus. Somit nimmt uns das AIS keinen wertvollen Platz im Salon weg. Wolfgang baut dazu aus PVC eine Halterung, welche mittels Pantera ans GFK geklebt wird und an welches das AIS mittels Schlagmuttern und Schrauben befestigt wird.

Des Weiteren ist unser UKW-Kabel ein Flickenteppich aus RG58 und RG219 Kabeln mit diversen Verbindern. Daher wird das Kabel von der Trennstelle am Mast bis zum AIS neu verlegt. Nach dem Studieren einiger YouTube Videos klappt das Anlöten des PL-Steckers ohne Probleme. Der A151 hat einen integrierten  Splitter und somit kann das UKW Funkgerät am AIS angeschlossen werden. 

Die kleinen Add-ons: Im Laufe der Woche wird noch einiges verbessert,

neue Fallen

erneuert und ergänzt. So gibt es nun eine elektrische Bilgepumpe, ein elektrisches Horn, eine funktionierende Kompassbeleuchtung, ein neues Genuafall und einen neuen Baumniederholder. 

Klemme für die Holeleine

Die alte Klemme für die Holeleine wird ersetzt durch eine Spinlock XTC mit einem kleinen Umlenkblock. Die Führung der Reffleine wurde auch duch Spinlock WL/2 ersetzt. Bisher hatte

 

Gisatex Decksbelag

Sammelsurium

die Pflicht keinen Decksbelag und wir nutzten ausschließlich ein Gräting. Mehr Standfestigkeit soll uns nun der neue Decksbelag bieten.

Unterlage für die Matratze

 

 

Zur besseren Unterlüftung gibt es noch eine Unterlage für die Matratze im Vorschiff.

 

Nach einer Woche intensiven Lernens und Bastelns geht es wieder nach Woudsend. Moment mal, warum Woudsend und nicht Enkhuizen? Leider mussten wir in den letzten Tagen die Bilge fast täglich leeren und somit scheint die neue Kielfuge nicht dicht zu sein! Die Decision muss erst mal wieder an Land.

Die Brücke nach der Schleuse öffnet werktags leider erst ab 18 Uhr und so legen wir kurz zuvor im Sixthaven ab. In der Dämmerung geht es bei moderatem Wind nach Lelystad. Schnell noch um 11:30 Uhr durch die Houtribsluis und weiter zur Flevo-Marina. Hier machen wir am Meldesteiger fest. Nach einer kurzen Nacht und Frühstück für uns und GTL für die Decision geht es nach Lemmer. Hier haben wir etwas Wartezeit. So dass wir nach einem langen Tag um 17 Uhr Woudsend erreichen. Tanja holt das Auto aus Enkhuizen. Wir dürfen die Nacht noch 

Kiellfuge undicht

auf dem Boot schlafen und Steven holt uns am Sonntag aus dem Wassser. Die Kielfuge ist, wie erwartet, nicht dicht. Was nun? Kiel abnehmen? Saison gelaufen? Fragen über Fragen.

Kielfuge neu mit Pantera

Wir vereinbaren, die Abdichtung und Entrostung mit Pantera zu versuchen. Gleich am Montag bestellen wir das Material, welches Dienstag schon in Woudsend eintrifft. Nach sicherlich einigen Nachtschichten von Steven können wir schon eine Woche später wieder nach Enkhuizen zurück. 

Noch eine kleine Anekdote zum Schluss: Am Dienstag den 01.Mai.2018 will Tanja das Auto wieder aus Woudsend abholen. Wie immer mit der Fähre von Enkhuizen nach Stavoren und dann weiter mit dem Bus. Doch Busse und Bahnen fahren nicht! Streik! Da bleibt nur das Taxi…

2018 wir eine spannende Saison – bestimmt

 

Heimarbeit – Der Ankerkastendeckel

Auch im Winter gibt es immer etwas zu tun. Die Decision steht im Winterlager, doch den Ankerkastendeckel hatten wir zuvor abgebaut und mit nach Hause genommen.

Beim Gang vom Bug über den Deckel unseres Ankerkastens an Deck gibt dieser beim Betreten etwas nach. Wahrscheinlich ist die Laminatstärke nicht sehr üppig gewählt und über die Jahre doch stark belastet worden. Daher steht nun ein Refit in der heimischen Garage an!

Der Ankerkastendeckel wird mit Epoxy, Primer und Lack wieder auf Vordermann gebracht.

Der mittlere Teil des Deckels zeigt viele kleine Risse

Der mittlere Teil wird abgeklebt und mit Epoxy-Harz und Halbseidengewebe verstärkt. In Form eines T’s wurden zwei Bahnen Rovinggewebe einlaminiert. Zuvor muss die Fläche mit 180er Papier angeschliffen  und gründlich entfettet werden.

Danach wird die gesamte Fläche sauber geschliffen und wieder gründlich entfettet. Erst dann erfolgt der Anstrich mit dem Epoxy-Primer. In unserem Fall verwenden wir die Produkte von Epifanes. Es empfiehlt sich , nur einen Hersteller zu verwenden, da die einzelnen Produkte aufeinander abgestimmt sind.

Bei der Lackierung mit der Rolle oder Pinsel sollten mindestens zwei-Lackschichten aufgetragen werden. Für ein besseres Finish wurde jeweils vor der Lackierung leicht angeschliffen (340er) und natürlich entfettet.

Zum Schluss müssen noch die Beschläge montiert werden

Alles in trockenen Tüchern – Winterlager 2017

Dieses mal ist alles anders. Anders, weil wir einige logistische und zeitliche Abstimmung zu meistern haben. Anders auch, weil wir diesen Winter zum ersten mal einen Hallenplatz haben und noch eine „größere“ Reparatur erledigen wollen.

Unser WoMo ist nun endlich nach fast einjähriger Reparatur wieder fit. Mit „frischem TÜV“ und voll beladen mit Werkzeug, geht es am 30.09. Richtung Woudsend. Dort lassen wir unser mobiles Heim stehen und machen uns mit Bus, Bahn und Fähre auf den Weg nach Enkhuizen zur Decision.

Sonntag 01.10.: Früh um 8:30 Uhr geht es nur mit der Genua nach Stavoren. Der Wind ist kräftig und wir schieben mit über 5 Knoten bei fast achterlichem Wind nach Stavoren. Vor der Schleuse steht wie „fast“ immer ein unangenehmer Schwell. Doch wir haben Glück und das Tor öffnet nach wenigen Minuten. Beim Anlegen kommen wir noch kurz quer, doch durch eine freundliche und helfende Hand haben wir die Situation schnell wieder im Griff.

Weiter geht es durch die Kanäle und das Heeger Meer nach Woudsend. Eigentlich ein perfekter Abschluss. Doch es ist viel los und uns kommen einige „Bötchen“ extrem nahe.

Noch am späten Nachmittag beginnen wir, die Decision auszuräumen. Tasche um Tasche und Kiste um Kiste wandert ins Wohnmobil, um sie nach Hause zu transportieren.

Montag 02.10.: Nach dem Frühstück geht es direkt aufs Boot, um die restlichen Sachen auszuräumen und zu putzen. Tanja „innen“, Wolfgang „außen“. Das hat sich schon irgenwie so eingespielt. Gegen Mittag geht es dann auch schon zum Kranplatz und zusammen mit dem Reekers-Team nehmen wir den Mast ab. Kurze Zeit später schwebt Sie schon im Kran. Den Nachmittag verbringen wir noch mit aufräumen. Die Decision wandert in die Arbeitshalle.

Wir gehen abends noch lecker im T´Ponkje essen. Dies ist schon fast eine Tradition. Wir lieben dieses Restaurant und sehen das als keines Highlight beim Ein- und Auswintern. Wolfgang es nicht so gut. Ihn hat eine Erkältung erwischt!

Dienstag 03.10.: Heute trennen sich unsere Wege.(nur bis zum Wochenende)  Wolfgang hat die Woche noch frei und bleibt in Woudsend. Tanja macht sich ab Lelystad mit der Bahn auf die Heimreise.

Glücklicherweise haben wir bei Reekers die Möglichkeit, eine Arbeitshalle zu mieten und so können wir eine schon einmal aufgeschobene Reparatur durchführen.

Wir haben Risse im Gelcoat in der Pflicht. Auf Dauer kann und wird Wasser ins Laminat eindringen. Das ist nicht gut!

Logbuch zum Reparaturteil:

Dienstag 03.10: leichter Regen, böiger Wind

Risse im Gelcoat

geschliffen bis auf das Laminat

gespachtelt mit 2k Epoxy Spachtel

Tätigkeiten: Zuerst werden die betroffenen Stellen bis aus Laminat herunter-geschliffen. Es gibt keinen Weisbruch im Laminat. Somit kann gleich nach dem Entfetten wieder alles mit 2k Epoxy Spachtel verschlossen werden.

Mittwoch 04.10.: Regen mit kurzen trockenen Abschnitten, nachts viel Regen

Chemieküche

Tätigkeiten: Der Spachtel ist nach 24 Stunden schleifbar und wird nun 120/180/240 er Papier geschliffen. Vor allem die Ecken und Rundungen der Wasserabläufe halten auf. Am Abend wird alles mit einem 2k Epoxy Primer gestrichen. Auch hier muss zuvor entfettet werden

Donnerstag 05.10.: starker Regen mit kräftigem Wind

mit Primer gestrichen

Tätigkeiten: Auch der Primer wird mit einem Schleifschwamm angeschliffen. Danach erfolgt die erste Lackschicht mit 2 k Lack.

fertig lakiert

Freitag: 06.10.: Wechselhaft, kräftiger Wind

Tätigkeiten: Der Lack hat noch einige kleinere Blasen geworfen. Daher noch mal kurz anschleifen und entfetten. Es folgt Lackschicht zwei.

Samstag 07.10.: weiter wechselhaft und böiger Wind

Tätigkeiten: Die Klebebänder werden entfernt und der Lack muss noch weiter aushärten. Im Frühjahr sollen die Flächen mit TBS Decksbelag beklebt werden. 

Zwischen den diversen Trocknungsphasen kann der Rumpf noch auf Vordermann gebracht werden. Das neue Produkt zeigt nicht das gewünschte Ergebnis und daher werden verschiedene Techniken ausprobiert bis zum gewünschten Ergebnis. Zwischendurch gibt es noch wertvolle Tipps von Steven. Steuerbord ist jetzt die Epiphanes-Seite und DULON die Backbord-Seite. Mal sehen, welche Seite die Saison besser überlebt!

Fazit: Wolfgang ist sehr froh, in dieser Woche in der Halle arbeiten zu können. Auch die Wahl des Hallenplatzes für den Winter macht die doch recht vollgepackte Woche recht angenehm. Nur die Erkältung hätte man sich sparen können.

vollgepackt geht es wieder nach Hause…