Impftourismus

– oder so ähnlich. Wir nehmen aktuell etwas Geschwindigkeit aus unserer Reise raus, denn Tanja hat am 15. Juni ihren zweiten Impftermin und so lange möchten wir Deutschland nicht verlassen. So können wir noch einige Stationen an der deutschen Ostseeküste anlaufen, welche wir gar nicht geplant hatten.

Neustadt

Nachdem wir Fehmarn verlassen haben, nehmen wir Kurs Richtung Neustadt auf. Zuerst fahren wir einen flotten Halbwindkurs, doch ab der Höhe schwarzer Grund wird der Wind weniger und dreht in alle Richtungen.

Ein kurzes Intermezzo mit dem Parasail bringt uns auch nicht weiter. – Motor an -. Doch unsere Fahrt wird durch einige Sichtungen von Schweinswalen erheitert. In Neustadt legen wir im Stadthafen an und machen „Klar Schiff“. Wir bekommen Besuch von Birgit und Bernd, die wir zuletzt gesehen haben, als wir noch auf der Suche nach einem Boot waren. Zuerst treffen wir uns auf der Decision und später gehen wir noch lecker im Klüvers Brauhaus essen und verbringen einen geselligen Abend. Hier sitzt man schön überdacht, an der frischen Luft. Das Bier ist übrigens sehr lecker, was uns gar nicht gestört hat 😉

Kühlungsborn

Leider möchte der Wind sowohl in seiner Richtung als auch in seiner Stärke unsere Reiseroute nicht unterstützen. So geht es wieder mal unter Maschine nach Kühlungsborn. Da wir ungewöhnlich viel motoren, müssen wir mit unserem kleinen Tank auch oft nachtanken. In Kühlungsborn tanken wir daher noch mal GTL nach. Leider dürfen wir hier keine Kanister befüllen:-(

Warnemünde

Fast die gesamte Strecke nach Warnemünde können wir unter Parasail fahren. Naja, wir haben etwas geschummelt und die Maschine genutzt um für eine halbe Stunde etwas mehr Höhe zu bekommen. In Warnemünde bekommen wir die letzte freie Box im alten Strom (WSCev.de). Wir nutzen die zentrale Lage um einige frische Sachen nachzukaufen. Doch uns ist die Stadt zu „trubelig“ und eng. Wir beschließen, den Tag an Bord ausklingen zu lassen und haben uns hierfür einige Premium-Eiswürfel bei Edeka besorgt;-)

Ein Geschenk unserer lieben Nachbarn Simone und Holger – Dankeschön

Darßer Ort

Am nächsten Tag möchten wir mit dem Parasail bis zum Darßer Ort oder gar die Nacht durch bis Barhöft fahren. Leider hat auch heute unser Freund Wind etwas anderes mit uns vor. So segeln wir bis zum späten Nachmittag unter Para, doch am Ende haben wir nur noch 0,4 Knoten Wind! Puhh – Para einpacken und Motor an!

Barhöft

Nach einer perfekten Ankernacht genießen wir das Frühstück vor Anker. Die Rühe am Morgen ist phänomenal.

In Barhöft dürfen wir zum ersten mal an einer Heckboje anlegen. Und siehe da, es hat alles ohne Probleme funktioniert:-)

Als wir noch in Warnemünde waren hat mich Mareike angeschrieben und gefragt ob wir uns mit Ihr und Philipp treffen möchten. Sie seien gerade in der Nähe und haben unsere Route verfolgt. Klar doch sagten wir sofort! So haben wir uns in Barhöft verabredet.

Die beiden haben mit ihrem Müggele fast ganz Skandinavien bereist. In 2020 sogar das Nordkap! Wir verbringen einen fantastischen Abend zusammen. Es werden Erfahrungen und Anekdoten ausgetauscht, wobei uns zu späterer Stunde die Mücken drangsalieren. (@Mareike: Danke für die leckere Guacamole)

Stralsund

Nach einer kleinen morgendlichen Runde zum Aussichtsturm in Barhöft geht es durch die engen Fahrwasser nach Stralsund. Hier laufen wir den Hafen WSZ auf Dänholm an. Ein guter Freund von Marcus ist hier Hafenmeister und so wurden wir schon vorab avisiert.

Im WSZ werden wir für etwa eine Woche bleiben bis Tanja mit dem Mietwagen von ihrer Impfreise zurück ist. Dann geht es endlich nach Schweden 🙂

Randnotiz: Als wir mit unserem Rädern einen Ausflug nach Altefähr machen, erspäht Tanja einen Fender am Ufer. Diesen mussten wir natürlich retten;-)

Dann man tau!

– Dann mal los

Endlich ist es soweit. Georg fährt uns mit schwerem Gepäck an den Ausgangspunkt unserer gemeinsamen Auszeit, Büsum. Vielen Dank dafür!!!

In Büsum angekommen, verstauen wir die vielen Dinge im Bauch der Decision und lassen den Abend gemütlich ausklingen.

Am nächsten Morgen werden letzte Optimierungen/Reparaturen vorgenommen und dann ist es soweit: Leinen los! Wieder mal windlos dieseln wir Richtung Brunsbüttel. Auf den letzten Metern schiebt uns die Tide mit 9kn in die Elbe.

Nach kurzer Wartezeit vor der Schleuse in den NOK, wird uns Einfahrt gewährt. Nach der Schleuse nur noch kurz links abbiegen und wir landen im „schwabbeligen“ Binnenhafen Brunsbüttel, wo wir die Nacht verbringen.

Die 98 Kilometer durch den NOK verlaufen unspektakulär. Rund um die Schleusen ist der Kanal deutlich von Industrieanlagen geprägt, dazwischen ist es jedoch teilweise idyllischer als wir es erwartet hatten. Außerdem hatten wir mit mehr Großschifffahrt gerechnet. Ob das an Corona liegt?

Nach Passage der Schleuse Kiel Holtenau können wir endlich, nach unzähligen Motorstunden, das kurze Stück nach Laboe SEGELN.

Nach einer durchregneten Nacht erwartet uns perfekter Segelwind aus Ost – ups, falsche Richtung…Egal, dann eben kreuzen.

Noch dazu wird in den Schießgebieten Totendorf und Puttlos heute schwer geschossen und wir dürfen diesen Bereich nicht vor 12:30 Uhr befahren. So machen wir einen laaangen Schlag Richtung Dänische Grenze, um zu gegebener Zeit in das Sperrgebiet einzulaufen. Unser neuer Pinnenpilot bringt uns zuverlässig bis zur Fehmarnsund-Brücke mit Geschwindigkeiten von bis zu 6,1 Knoten. In der Dämmerung erreichen wir zunächst den Yachthafen Burgstaaken und stellen fest: keine Handbreit Wasser unter dem Kiel….also brechen wir ab und fahren in die gegenüberliegende Marina Burgtiefe. – Was für ein schöner Segeltag.