Meilen machen

Kalamar 01.09.2021

Heute bekommen wir Verstärkung in der Crew – Antje kommt aus Frankfurt nach Kalmar geflogen und wird uns bis Deutschland begleiten. Leider werden wir nicht, wie anfangs geplant, im Juli mit Antje durch die Schären tingeln, sondern möchten möglichst viel Strecke erseglen. Unser Reiseplan sieht eine schnelle Hin- und Rückreise vor, um möglichst viel Zeit in Schweden verbringen zu können.

Nachdem Antje´s Flieger pünklich gelandet ist, die Sachen verstaut sind, bleibt noch ein bisschen Zeit für ein kleiner Rundgang durch Kalmar. Denn schon morgen früh geht es weiter.

Sandhamn 02.09.2021

Nach Sandhamn ganz im Süden des Kalmarsunds wird es heute gehen. Leider verspricht der Wind nicht viel und wir müssen die meiste Strecke motoren.

Bei Sonnenuntergang erreichen wir den Betonsteg, an dem schon einige Boote liegen. Antje und Tanja bereiten ein leckeres Abendessen zu und nach einem kleinen Schlummertrunk geht es schon ins Bett.

Hanö 03.09.2021

Die Windprognosen sind heute sehr unterschiedlich und so wissen wir noch gar nicht wo es heute genau hingehen soll. Nach einigen Meilen unter Motor, versucht Wolfgang das Parasail zu setzen. Leider klappt das bei noch recht ordentlichen Welle nicht gut und zudem bekommen wir auf der Winsch ständig einen Überläufer. Bei inzwischen rund 13 Knoten Wind brechen wir das ganze ab. Wir setzen Groß und Genua und fahren unter halbem Wind recht flott. Leider hören wir erneut ein recht lautes Knarren aus dem Bereich des Mastfußes , was uns doch sehr beunruhigt und die Stimmung trübt.

Nach 48 sm erreichen wir die schöne Insel Hanö. Dort finden wir auch gleich einen Platz an der Mole und machen uns direkt auf den Weg zum Leuchtturm, um die schöne Aussicht zu genießen.

Simrishamn 04.09.2021

Begleitet von dem Knarren unseres Mastes, segeln wir heute rund 32 sm nach Simrishamn.

Gislövsläge 05.09.2021

Unser heutiges Ziel ist das schöne Ystad im Süden von Schweden. Durch den anfangs schwachen Wind müssen wir mal wieder die Maschine bemühen. Doch sobald wir Richtung Osten eindrehen, haben wir den Wind „von hinten“. So beginnt Wolfgang den Para aufzubauen, dieses Mal mit allen vier Leinen. Leider frischt der Wind mal wieder ordentlich auf und so „blasen“ wir das Manöver wieder ab! Bei inzwischen frischem Wind baumen wir die Genua aus und können so gut Strecke machen. Nur die Wellen sind recht unangenehm.

Im AIS entdecken wir die Alexander von Humboldt2 und können das Schiff auch schon bald ausmachen. Nach aktueller Recherche wird sie aktuell von der deutschen Marine genutzt -quasi als Ersatz für die noch nicht fertige GorchFockII.

Da der Wind für die nächsten Tage nicht mehr aus östlichen Richtungen gemeldet ist, beschließen wir, nicht nach Ystad zu fahren und direkt Trelleborg (Gislövsläge) anzulaufen. Um 20 Uhr, nach 52 sm, erreichen wir die kleine Marina.

Klintholm Havn 06.09.2021

Der letzte Tag in Schweden: Unser Kurs führt uns heute Richtung Süden, an die Ostspitze von MØN in Dänemark. Auf dem Weg dorthin macht Tanja einen Termin bei einem Rigger auf Fehmarn, denn wir möchten das „Knarren“ unseres Mastes begutachten lassen.

Der Hafen von Klintholm ist gut besucht, insbesondere von deutschen Yachten. Im kleinen Laden versucht Tanja noch eine neue Gasflasche zu bekommen, doch leider ist der Vorrat für unsere Größe schon aufgebraucht. Wenigstens können wir die Dieselkanister mit biofreiem Diesel füllen und sind so für die weitere Fahrt gerüstet.

Gedser 07.09.2021

Die Wetterprognose verspricht frischen Wind aus West für den Nachmittag und daher könnte uns etwas krabbeliges Wasser bei der Umrundung von Gedser Odde erwarten. Doch dies bestätigt sich nicht und so müssen wir die Maschine fast die ganze Überfahrt laufen lassen. Wir bleiben bei der Einfahrt nach Gedser außerhalb der Betonnung, denn die Copenhagen dreht im Becken und kommt uns entgegen. In Gedser gönnen wir uns eine mittelmäßige Pizza und machen nach dem Verspeisen einen schönen Spaziergang.

Burgstaaken 08-09.09.2021

32 sm sind noch bis Burgstaaken zu bewältigen, welche wir größtenteils ersegeln oder teilweise motorsegeln müssen. Der Hafen von Burgstaaken hat eine „besondere“ Art an sich. Eine Mischung aus Industrie, Gewerbe und Tourismus. Doch uns treibt die Inspektion unseres Riggs in diesen Hafen. Nach einem kurzen Austausch per Whatsapp können wir am 09.09.2021 um 08:00 Uhr vorbeikommen.

Nachdem wir das Problem kurz besprochen haben, kommt Christian Thiele von Rigg & Deck an Bord. – Er gibt Entwarnung. Mast, Mastfuß und Deck sind in Ordung. Die Geräusche kommen lediglich aus der Verbindung des Mastfußes und der Aluminiumplatte an Deck – puhh Wolfgang ist sichtlich erleichtert!

So können wir den restlichen Tag „frei-machen“ und den Ort besuchen, Antje das U-Boot Museum, Tanja die Ladenzeile und Wolfgang die maritimen Geschäfte. Es gibt Eis, Fischbrötchen und am Abend super lecker Essen! Für Tanja und Wolfgang fühlt sich die Ankunft in Deutschland etwas „merkwürdig“ und verkrampft an. Die letzten drei Monate in Schweden war Corona quasi nicht „alltagspräsent“. Wie beispielsweise Mundschutz, Impfzertifikate und LUCA…

Flemhuder See – NOK 10.09.2021

Nachdem Antje versucht, frische Brötchen zu organisieren, was leider Aufgrund eines falschen Aushangs der Öffnungszeiten misslingt, fahren wir gegen 08:30 Uhr los. Ziel Kiel oder Liegeplatz NOK. Die Kieler Woche wurde dieses Jahr in den September gelegt und so wird es nur wenige Plätze für Sportboote in Kiel geben.

Doch zuerst müssen wir mal wieder die Schießzeiten in der Hohwachter Bucht beachten. Über Funke erfahren wir, dass der Kiel-Fehmarn-Weg, welcher durch das Schießgebiet führt, heute freigegeben ist. Das erspart uns einen enormen Umweg. Per Telefon versuchen wir einen Platz in Laboe zu bekommen. – negativ. Auch die Anfrage bei der Schleuse nach Erlaubnis zur Übernachtung am Warteplatz für Sportboote innerhalb des NOK ist -negativ-. So entscheiden wir, noch in den NOK bis zum Flemhuder See zu fahren. Punkt 20 Uhr erreichen wir die Liegestelle. -Ende der Tagfahrzeit!

Brunsbüttel 11.09.2021

Leicht nebelig und dunstig ist es am Morgen. Wir fahren durch den NOK und der Herbst kündigt sich an. Es sind wenige Sportboote unterwegs und der Verkehr der „großen“ ist auch nicht hoch. Nachmittags kommt weiterer Regen und Antje und Wolfgang backen unterwegs noch einen Apfel-Birnen-Kuchen.

Wir bekommen noch eine freie Boje im Hafen von Brunsbüttel und können sogar noch eine freie Strombox finden. (diese sind hier etwas rar gesäht aber für 8 Eur die Nacht kann man nicht meckern). Am Abend machen wir noch einen Spaziergang, um den Bewegungsmangel der letzten Tage etwas auszugleichen!

Cuxhaven 12-13.09.2021

Wir müssen das ablaufende Wasser nutzen, um weiter nach Cuxhaven zu gelangen. Daher machen wir uns für etwa 07 Uhr bereit zum Ablegen. Unser Nachbar ist schon etwas früher fertig und berichtet, dass die Schleuse in 5 Minuten (etwa06:30 Uhr) öffnet. Das schaffen wir nicht! Für uns geht es um 07 Uhr raus und wir drehen mit weiteren Booten Kreise im Wartebereich. Gegen 07:30 Uhr geht es für uns in die Schleuse und schon im zweiten Anlauf sind wir fest 😉

Die restliche Zeit in Cuxhaven lassen wir es uns gut gehen. Wir gehen ins Café und am Sonntag Abend lecker essen. Antje hat für Montag Abend einen Nachtzug nach Hause gebucht und Tanja und Wolfgang starten in die Nacht. Aber dazu im nächsten Teil MEER!

Vielen Dank Antje für die schöne Zeit an Bord! Auch im nächsten Jahr steht für dich ein Platz auf der Decision bereit!

Zugvögel

Älöby 23.08.2021

Mit repariertem Segel fahren wir in Richtung Klintemåla. Wir kreuzen uns zunächst durch das Fahrwasser und die Betonnung vor Västervik, nehmen aber dann auch bald den Motor hinzu. Wir sind ja erst am Nachmittag gestartet, haben heute noch rund 20 Meilen vor uns und wollen noch im Hellen ankommen.

Auf dem Weg zu unserem Tagesziel begegnen uns viele herrliche Ankerbuchten. 4 Meilen vor unserem Ziel entscheiden wir, in eine dieser abzubiegen und die Nacht vor Anker zu verbringen. Die Wetterbedingungen sind einfach ideal und wir vermuten, dass dies eine unserer letzten Ankernächte sein könnte. Das für die nächsten Tage und Wochen vorhergesagte Wetter ist für’s Ankern nicht unbedingt vielversprechend. Vielleicht ist das auch der Grund, dass wir diesen Abend und die Natur um uns herum ganz besonders genießen.

Kitteholmen 24.08.2021

Wir lichten früh den Anker. Heute soll der Wind schon deutlich zulegen. Noch ist davon nicht viel zu spüren. Im Gegenteil. Wir fahren heute 24 Meilen nur unter Motor . Und wieder entscheiden wir uns spontan für eine Ankerbucht. Diese Ankerbucht hatte Wolfgang schon vorher in der Seekarte markiert als mögliche Option. Wir ziehen die Option und gehen an eine der beiden ausgelegten SXK Bojen. Inzwischen hat der Wind etwas aufgefrischt und wir liegen etwas im Schwell, da die SXK Bojen genau an der Stelle liegen, an der die Bucht eine Öffnung hat und der Wind aus der Richtung der Öffnung weht. Wolfgang lässt noch einmal die Drohne fliegen und später am Abend telefonieren wir noch mit Freunden vom Compagnieshaven.

Dabei kommt kurz die Frage auf, ob wir denn unseren alten Liegeplatz in Enkhuizen in der nächsten Saison wiederbekommen. Um ehrlich zu sein, haben wir uns darum noch gar nicht aktiv gekümmert….das Thema sollten wir wohl bald mal angehen.

Mönsterås 25.08.2021 – 27.08.2021

Der Wind kommt wie vorhergesagt und verleiht uns ordentlich speed. Wohin fahren wir denn heute eigentlich? Wir überlegen: Der Wind ist für die nächsten 3-4 Tage mit bis zu 30 Knoten in Böen vorhergesagt, dazu Dauerregen. Wir könnten direkt bis Kalmar fahren, das bedeutet aber, dass wir dann über eine Woche in Kalmar wären, denn in Kalmar würden wir dann nicht nur das schlechte Wetter aussitzen sondern danach noch auf Antje warten, die wir am 01. September in Kalmar abholen wollen.

Eine Woche Kalmar….neeee….nicht schon wieder…..das hatten wir ja schon auf unserer Hinreise….Also suchen wir uns Mönsterås als möglichen Hafen aus. Das Fahrwasser nach Mönsterås zieht sich über mehrere Meilen und ist sehr eng. Man sollte sich hier möglichst an das Fahrwasser halten – nebendran wird es sehr schnell flach und man sieht immer wieder Möwen, die auf der Wasseroberfläche zu stehen scheinen – Das tun sie natürlich nicht, sie stehen auf den Steinen, die direkt unter der Wasseroberfläche liegen.

Gemäß Murphy’s Law ziehen dann auf die letzten zwei Meilen noch Gewitterwolken auf. “ Bitte liebe Gewitterwolke, halte doch einfach noch 20 Minuten die Füße still”. Den Gefallen tut sie uns nicht. Kurz vor der Hafeneinfahrt blitzt, donnert und regnet es in Strömen. Wir können kaum die nächsten Tonnen vor uns ausmachen und tasten uns in Minimalgeschwindigkeit in das Hafenbecken. Kaum haben wir seitwärts festgemacht, ist der Spuk auch schon zu Ende. Jetzt könnten wir mal eine Dusche vertragen, nach zwei Nächten vor Anker und diesem Regenguss.

Wolfgang geht zum Touristenbüro, das den Gästehafen betreibt, entrichtet die Hafengebühr, die hier direkt für drei Tage gilt und fragt nach dem Sanitärgebäude….”Das gibt es aktuell nicht. Das wurde abgerissen und befindet sich im Wiederaufbau für die kommende Saison”….Dann tut es wohl auch noch für die nächsten Tage die Waschschüssel. Wir machen den obligatorischen Stadtrundgang.

Am darauffolgenden Tag schüttet es ohne Unterlass und der Wind weht kräftig.  Wir verkriechen uns unter Deck. Am dritten Tag regnet es morgens zunächst nicht. Wir fahren mit dem Bus nach Pataholm und wollen von hier ca. 17 Kilometer zurück laufen.

Pataholm ist ein verschlafenes kleines Nest, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Gerade als wir loslaufen, beginnt es wieder zu regnen. Wir lassen uns anfangs nicht beirren und laufen in Richtung Timmernabben. Der Regen nimmt zu und nach wenigen Kilometern sind wir durch und durch nass, auch unsre Schuhe haben sich in Swimmingpools verwandelt. So macht es wenig Spaß. In Timmernabben warten wir auf den nächsten Bus und fahren zurück. Abends holen wir uns noch etwas zu essen vom Thairestaurant, das uns empfohlen wurde.

Kalmar 28.08.2021 – 31.08.2021

Am dritten Tag in Mönsteras hat der Wind endlich nachgelassen, zumindest fühlt es sich im gut geschützten Hafen so an. Wir fahren los und merken schon bald, dass es noch immer ziemlich stark weht und natürlich regnet es immer noch. Die gesetzten Segel holen wir schon nach 15 Minuten ein.

Wir bekommen den Wind direkt von vorne und müssen ja erst einmal das enge Fahrwasser verlassen, vorher machen Segel erst einmal keinen Sinn, weil das Kreuzen durch das Fahrwasser nicht möglich ist. Als wir das Fahrwasser und die Abdeckung verlassen sind wir etwas überrascht. Es hat sich über die drei Tage Starkwind eine mächtige Welle aufgebaut, gegen die wir erst einmal noch ankämpfen müssen, bis wir nach Süden abdrehen können und dann vor der Welle ablaufen können.

Die Wellen sind irgendwie faszinierend und gleichermaßen respekteinflößend. Wir fahren mit 3,5 Knoten die Welle hoch und mit 7 Knoten die Welle wieder herunter. Der Kurs, den wir als am angenehmsten empfinden, würde uns direkt in die Hafeneinfahrt von Borgholm spülen. Wir überlegen kurz und wollen es erst einmal in diese Richtung weiter laufen lassen. Kurz vor der Hafeneinfahrt Borgholm überdenken wir unseren Plan noch einmal, denn ab und an schlägt uns die Welle plötzlich quer und wir wollen diese Situation nicht in der Hafeneinfahrt haben, das könnte in der engen Einfahrt unangenehm werden. Wir drehen also ab und nehmen Kurs auf Kalmar.

Je südlicher wir kommen, desto angenehmer wird die Welle. Kurz nach der Brücke haben wir etwa 2kn Strom mit uns! Nach 30 Seemeilen kommen wir in Kalmar an. Der Hafen ist erstaunlich gut gefüllt, hauptsächlich mit deutschen Seglern. Man könnte den Eindruck bekommen, es handele sich um Zugvögel, die sich im Herbst sammeln, um gemeinsam das richtige Wetterfenster für die Weiterreise abzuwarten.

Wir machen erst mal etwas klar Schiff und genießen die wohlverdiente Dusche. Parallel werden 4 Maschinen Wäsche gewaschen und getrocknet. Es hat auch endlich aufgehört zu regnen. Am zweiten Tag nach unserer Ankunft kommt sogar die Sonne zum Vorschein.

Die Stadt Kalmar konnten wir am Anfang unserer Reise schon ausgiebig erkunden. Also schauen wir uns dieses Mal die nähere Umgebung an. Dazu mieten wir uns Fahrräder und fahren in ein 6 Kilometer entferntes Naturreservat (Horsö-Värsnäs). Im Naturreservat angekommen, wandern wir einige Kilometer des Wanderweges Kalmarsundsleden.

Wir müssen an den Haken

Stora Rör 27.06.2021

Natürlich haben wir uns es nicht nehmen lassen und haben uns von dem sehr leckeren Bäcker noch mal Brötchen geholt. Wir genießen das Frühstück bei bestem schwedischen Sommerwetter, in der Pflicht. Heute soll es nach Pataholm an eine Boje gehen. Doch zuvor muss noch schnell der „technische Check“ erfolgen: Bilge, Seewasserfilter, Motor und Getriebe prüfen. Doch bei der Kontrolle des Saildrive-Peilstabs kommt der Schock! Das Öl ist nicht wie gewohnt honiggelb sondern gleicht mehr einem Milchkaffee. -Wir haben Wasser im Öl-

Nach einer kurzen Besprechung wird uns klar, dass wir so unsere Reise nicht weitermachen können und eine Werkstatt mit Kran brauchen werden. Weiter nach Norden oder zurück nach Kalmar? Kalmar sind nur 11 sm und es gibt einen VP-Servicebetrieb. Auch wenn es schwerfällt geht es zurück nach Kalmar und so tuckern wir aus dem Hafen und setzen sofort Segel. Schließlich möchten wir das Saildrive nicht unnötig belasten. Der schwache Südwest bringt uns aber doch recht flott wieder zurück nach Kalmar. Noch unterwegs erreicht uns eine SMS der HAPPY OUR2. „Fahrt ihr zurück nach Kalmar?“ – Ja leider antworten wir…

Wir bekommen von der HAPPY OUR2 noch zahlreiche Tipps und Adressen von weiteren Betrieben. Denn schließlich ist es Sommer in Schweden und viele Unternehmen haben zu oder laufen auf „Sparflamme“ und so ist es ungewiss, ob wir bei der Kalmar Marina überhaupt Erfolg haben. Auch Cecilia, eine Maxi84 Eignerin aus Stockholm, bietet uns sofort Hilfe an und stellt sogleich eine Anfrage in einer schwedischen Facebook-Gruppe.

Kalmar 28.06.2021

Pünktlich um 8:00 Uhr stehen wir vor der Tür von Kalmar Marina. Wir sind der zweite Kunde und erklären sogleich unser Problem. Nach einer kurzen Rücksprache mit dem Techniker ist es klar; es wird wohl der Simmerring sein. Doch leider wird auch direkt klar, dass dieses Ersatzteil nicht auf Lager liegt. Jedoch die gute Nachricht ist, dass dieses in Göteborg verfügbar ist und am nächsten Tag geliefert wird. Wir vereinbaren, gleich noch die Opferanoden mit tauschen zu lassen.

Zugleich sind wir „happy“, dass wir Aussicht auf eine schnelle Reparatur haben, doch auch etwas skeptisch, ob dies wirklich so reibungslos funktioniert.

Den restlichen Tag verbringen wir mit einem Spaziergang und Wolfgang steht noch eine Stunde bei Telia an, um eine Halebop Telefonkarte zu kaufen. – Die Schweden haben irgendwie viel Zeit und Geduld- Keine Meckern und Vordrängeln.

Kalmar 29.06.2021

Um 13:09 Uhr klingelt das Telefon und Fredde von der Kalmar Marina ist dran. Das Ersatzteil ist da und wir können sofort zum Kran fahren.

Wir packen alles zusammen und legen ab. 15 Minuten später legen wir an den übergroßen Reifen neben dem gelben Kran an. Es ist etwas schwierig, die Fender so zu platzieren, dass wir nicht allzu viele schwarze Streifen bekommen.

Fredde begrüßt uns und sofort wird der Kran gestartet- Das Abenteuer beginnt! Bei frischem Wind von der Seite schwingt die Decision ordentlich in den Gurten. Aber alles geht gut!

Wir werfen noch einen Blick auf des Unterwasserschiff, alles bestens, und gehen in die Stadt. So gegen 16 Uhr, meint Fredde, werden sie fertig sein.

Wir bummeln durch die Stadt und essen noch ein Eis. Beim Warten am Hafen plaudern wir noch mit unseren Nachbarliegern von der FiftyFifty, welche gerade auf ihre Wäsche warten. Spontan bieten sie uns sogar ihre freie Kabine an, sollte die Decision heute nicht ins Wasser kommen.

Um 17:01 Uhr klingelt das Telefon und Fredde sagt, dass alles fertig sei und wir kommen können. Puhh das hört sich gut an!

Fredde zeigt uns direkt einige Bilder und erklärt uns, was gemacht wurde. Wir sind sehr erleichtert, dass wohl alles funktioniert hat.

Wir passieren nur unter Genua nun zum dritten Mal die Ölandbrücke und nutzen den guten SW um nach Borgholm zu segeln. Denn für die nächsten Tage ist die Wetterprognose eher schlecht:-(

Epilog: Trotz dieses ärgerlichen Zwischenfalls sind wir doch positiv gestimmt und zugleich erfreut über die vielen Reaktionen und Unterstützungen. Daher möchten wir uns bei der HAPPY OUR2 und Cecilia für die tatkräftige Unterstützung bedanken. Bei der Crew der FiftyFifty für das spontane Angebot der Kabine. (Hoffentlich trifft man sich noch mal) Auch bei Kalmar Marina und insbesondere Fredde für die kurzfristige Reparatur. Jedoch auch bei Volvo Penta, welche für ein 40 Jahre altes Saildrive immer noch Ersatzteile vorhalten. (In der Automobilindustrie undenkbar!)

Wir sind in Schweden!

Der Autopilot knattert so vor sich hin und im Funk hören wir die ersten Funksprüche in dänischer- beziehungsweise schwedischer Sprache. Am Horizont sind die vielen Lichter der Windparks Arkona-Becken Ost und Wikinger auszumachen.

Abfahrt Stralsund 18.06.2021

So langsam wird es klar, wir verlassen Deutschland und damit Mecklenburg-Vorpommern, wo wir nun über eine Woche verbracht haben, um nach Schweden zu segeln.

Doch halt – Wir fahren nicht direkt Kurs Nord nach Ystad sondern Nord-Ost Richtung Bornholm. Dänemark hat seine Grenzen wieder geöffnet und so haben wir nach Tanjas Rückkehr die Route spontan angepasst. Zu Anfang verläuft die Fahrt über den Bodden und an der Küste Rügens noch recht langsam, da der Wind noch etwas schwach ist. Am späten Abend legt der Wind noch kräftig zu und so binden wir noch vor Einbruch der Nacht das zweite Reff ein und genehmigen uns eine kleine Stärkung vor der Nacht. Die Nacht ist sehr hell und warm. Durch den günstigen Wind können wir gut Strecke machen, so dass wir nach knapp 22 Stunden und 101 sm Allinge auf Bornholm erreichen.

Allinge 19.-20.06.2021

Hier herrscht ordentlich Trubel, denn gerade heute ist ein Politfestival im Gange und der Hafen ist eigentlich gesperrt. Wir machen im Außenhafen fest und zahlen am Automaten;-) Trotz Frühstück mit Eiern und anderen Leckereien kommen wir heute nicht so richtig in die Puschen. Wir wollen nach Hammerknuden laufen, doch brechen wir irgendwann ab. Wir sind doch etwas müde und es ist sehr heiß. So beschließen wir den Tag auf dem Boot bei kalter Melone und Weißwein mit Eiswürfeln.

Hammerknuden wollen wir uns nicht entgehen lassen und wir wanden am nächsten Tag ausgeruht dort hin. -Sehr schön. Auch die Drohne lassen wir dort steigen. Leider (kann und) darf man in dieser Region nur 30 Meter hoch und 50 Meter weit fliegen.

Am Abend werden wir noch von unseren „Nachbarn“ auf die Happy Our2 eingeladen. Wir sind von den Platzverhältnissen, einer Hanse 415, begeistert. Es wird ein toller Abend und wir werden mit Bier, Wein und Wasser vorzüglich versorgt. Dabei tauschen Allerlei Informationen über unsere weitere geplante Route aus. – Unsere Wege werden sich sicher noch mal kreuzen.

Utklippan 21.-22.06.2021

Am darauffolgenden Morgen um 7 Uhr legen wir ab Richtung Utklippan. Zuerst können wir noch unter Vollzeug gemütlich dahinsegeln, doch querab von Christiansø bekommen wir die Ausläufer eines Gewitters ab. Es blitzt und kracht nicht schlecht! Also Segel runter und abwarten. –

Wir bekommen nur noch den Starkregen ab und können bald wieder die Segel setzten. Der Wind dreht zwar für uns in eine günstige Richtung, doch seine Stärke ist doch sehr unterschiedlich. Vollzeug, 1 Reff, 2 Reff und zum Schluss unter Motor ohne Wind.

Nur kurz vor dem Anlegen braut sich ein neues Gewitter zusammen und wir bekommen eine schöne Anlegebö ab! Das Bild unserer Einfahrt in den Hafen hat uns die Müggele Crew kurz nach unserer Ankunft geschickt. Eine schöne Erinnerung – Vielen Dank-

Wir bleiben zwei Nächte auf Utklippen. Warum? Wir denken die Bilder sprechen für sich!

Kristinanopel 23.06.2021

Wir haben eine schöne Backstagbrise welche wir für die Fahrt nach Kristianopel nutzen. Nur unter Genua laufen wir teilweise über 6 kn. Kristianopel ist eine kleines schwedisches Örtchen mit 88 Einwohnern. Und dieses Örtlichen ist schön, richtig „hygge“. Wir fühlen uns beim Schlendern durch die Gassen sofort wohl. Wir essen ein Eis vom Kaufmannsladen und besuchen die Festungsmauern. Der Hafen ist mit 175 sek inkl. Waschmaschine, Trockner und Trockenschrank auch noch ein echtes Schnäppchen!

Ankern bei Kalmar 24.06.2021

Wir möchten an Midsommar nicht in Kalmar liegen und so beschließen wir die guten Windverhältnisse zu nutzen und bis Kalmar zu fahren, aber eben nicht in die Stadt. Die kleine Insel Stora Hatten klingt vielversprechend, denn hier soll

eine SXK-Boje liegen. Doch als wir die Gegen dort absuchen finden wir keine. -Doch nach Kalmar? Nö, dann eben ankern. Der dritte Anlauf sitzt und der Anker hält.

Am Abend bekommen wir eine SMS von der Happy Our2 in der uns klar wir, dass die Schweden morgen Midsommar feiern!- Wir sind echte Schweden-Experten 🙈

Die Nacht ist etwas unruhig, da der Wind dreht und so etwas Schwell in die Bucht läuft. Doch der Anker hält! Beim Bergen am Morgen ist auch klar warum. Der Schlamm geht nur mit dem Spachtel ab!

Kalmar 25.06.2021

Da wir einige Erledigungen zu tätigen haben, müssen wir uns Vormittags etwas sputen, denn an Midsommar haben die Läden ganz zu oder nur am Vormittag geöffnet. So teilen wir uns auf. Tanja geht zum Supermarkt und Wolfgang organisiert eine schwedische Gasflasche. Letztendlich wird er an der Q8 Tankstelle fündig! Doch leider stellt sich heraus, dass unser Gasschlauch nicht mehr dicht ist und wir den Regler nicht tauschen können. Das trübt die Stimmung. Dennoch nutzen wir den Nachmittag für eine Runde zum Schloss.

Den Abend verbringen wir zusammen mit der HappyOur2 an Bord der kleinen Decision. Die Getränkeauswahl fällt bei uns leider etwas kleiner aus 😉

Stora Rör 26.06.2021

Da wir nicht in den Midsommar-Trubel von Borgholm möchten, entscheiden wir uns, auf Öland einen Zwischenstopp einzulegen. Das kleine Örtchen ist sehr gemütlich und direkt am Hafen gibt es eine sehr leckere Bäckerei. So machen wir gleich Gebrauch von der schwedischen „Fika“ Tradition!

Randnotiz2: Unser gefundener Fender hat inzwischen einen Namen, nämlich Wotan und einen neuen Besitzer. Die Crew der Müggele geben dem dicken „Blauen“ ein neues zu Hause. Wolfgang hat dafür einen ordentlichen Bergelohn bekommen;-)