Travel and Work (Deel 1/2)

Unser großer Sommerurlaub gestaltet sich dieses Jahr etwas anders. Noch im Januar hat Wolfgang Seekarten, Hafenbeschreibungen und den Reeds studiert – wir wollten die Ostküste Englands bereisen. Doch aufgrund der aktuellen Einschränkungen durch Covid-19 wurde daraus nichts. Bei unseren ersten Törns in 2020, zeigte sich auch, dass die Decision nicht ganz „dicht“ ist. Kurzum wir müssen uns um einige wichtige Dinge kümmern, um für die nächste große Saison gerüstet zu sein!

Doch wir wollen auch nicht den Urlaub in der Werft verbringen. Daher geht es die ersten 10 Tag noch einmal auf See und die restliche Zeit verbringen wir mit arbeiten am Boot.

Die Anreise

Wir starten die Reise mit unserem Womo – es geht nach Cuijk in den Niederlanden. Denn nicht nur unser Boot hat ein kleines Refit notwendig, auch unser Womo leidet an kleinen Verschleißanzeichen. Wir haben dort einen Termin zum Tausch des Gurtbandes. Am nächesten Morgen um 08:00 Uhr stehen wir pünktlich vor der Tür und schon um 08:29 Uhr tuckert unser Womo wieder aus der Werkstatt. Das nenne ich wirklich flott und mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden! Es ist gut, dass wir zügig fertig werden,

denn der heutige Tag ist gut gefüllt. Wir fahren weiter nach Enkhuizen, um unseren Mietwagen zu holen. – Auf dem Parkplatz am Krabbersgat packen wir unser Urlaubsgepäck in den kleinen UP und bringen es zur Decision. Die Anfahrt zum Compagnieshaven ist mit dem Womo kein Spaß!

Mit Womo und Mietwagen geht es nun nach Woudsend. Nach einem kurzen „Schnack“ mit Steven dem Werftchef lassen wir es dort stehen und bringen den Mietwagen zurück. Zuvor decken wir uns noch mit Wasser, Bier und „schweren“ Lebensmitteln ein, denn ohne Auto ist dies doch meist eine große Schlepperei!

Puhh was ein Tag!

Ab nach Ijmuiden
Einfach schönes Segeln

Wir starten unseren ersten echten Urlaubstag gemütlich und mit einem ausgiebigen Frühstück. Für die erste Etappe (Ziel Ijmuiden) haben wir zwei Tage eingeplant, also haben wir keine Eile. Natürlich kommt etwas Wehmut beim „letzten“ Ableger aus J2 auf. Tot ziens Enkhuizen!

Am späten Nachmittag landen wir in Uitdam. Der Hafen trägt den großen Namen „Poort van Amsterdam“. Wir finden allerdings nicht ganz zu Recht. Die besten Tage sind wohl schon lange vorbei. Wir machen direkt Steuerbord am langen Gästesteiger fest und können beim darauf folgenden obligatorischen „Anleger“, zwei Ratten beobachten. Uns hält hier nicht viel und wir starten früh morgens Richtung Ijmuiden. Die Fahrt ist, wie fast immer, unspektakulär. Naja es liegt auch sicher etwas daran, dass wir diese Strecke schon oft „motort“ sind.

Dem aufmerksamen Decision Leser fällt es sicher auf – wir haben ein Solarpanel. Seit dem Einbau im Frühjahr gibt es noch keinen Beitrag und daher eine kleine Ergänzung hierzu: Wir haben ein Panal von Wattstunde (130 W) und einen MPPT Solarregler (75/10) von Victron verbaut. Mit dem Ergebnis sind wir mehr als zufrieden, obwohl unserer Verbraucherbatterien, welche im Winter Schaden (Tiefentladung) genommen haben, nicht mehr ganz in Ordnung sind. Der Bedarf an Landstrom ist sehr gering geworden, denn durch den Mix aus Solar und Maschine reicht die gespeicherte Energie für Kühlschrank und die restlichen Verbraucher aus.

Über die Nordsee

Der Wecker klingelt um 04:30 Uhr und Wolfgang ist sofort wach. Heute geht es auf die Nordsee und wir erwarten einen mäßigen Wind aus NW und später W. Beste Bedingungen! Jedoch gönnen wir uns zuvor ein sehr kleines Frühstück und eine Tasse Tee. In der Dämmerung fahren wir aus der Marina und setzen sogleich das Großsegel. So erspart man sich die „Schwabbelwelle“ vor der Hafenmündung. Den Vorhafen von Ijmuiden kann man als sehr großzügig bezeichnen.

Die Fahrt verläuft flott und ab etwa 09:00 Uhr schiebt uns der Strom noch zusätzlich nach Süden. Laut GPS Information kommen wir teilweise auf 7 kn über Grund! Nördlich von Rotterdam ist eine Reede in der Karte eingezeichnet und aufgrund der aktuellen Pandemie, ist diese voll belegt und reicht schon lange nicht mehr aus. Nach den AIS-Informationen liegen die Schiffe teilweise seit März 2020 hier. Wir suchen uns einen passenden Weg durch diesen Parkplatz.

Auch die Passage von Rotterdam ist dank des AIS keine große Herausforderung mehr. Die Entfernung und Geschwindigkeit der ein-und ausfahrenden Schiffe lässt sich viel besser abschätzen. (Wir mussten nur einen kleinen Ausweicher“ fahren;-)

Teilweise unter Schmetterling könnten wir das Slijgat, das letzte Stück vor dem Haringvliet, bis zur Goereeseluis fahren. Die Tide kenterte erst eine halbe Stunde vor Ankunft – optimales Timing. Nach einigen „Warterunden“ vor der Schleuse dürfen wir einfahren und glücklicherweise macht der Schleusenwärter auch die zugehörige Brücke gleich auf. Bei unserer letzen Durchfahrt war dies nicht so einfach möglich. Unter Motor und Segel geht es weiter nach Hellevoetsluis. Wir erreichen pünktlich um 19 Uhr die Brücke, welche auch sogleich geöffnet wird!

Nach dem langen Seetag legen wir eine kleine Pause ein. Am nächsten Tag erkunden wir den Ort, jedoch darf zuvor ein gemütliches Frühstück, bei diesem herrlichem Wetter, nicht fehlen. Danach erledigen wir noch ein paar Einkäufe und relaxen an Bord.

Auf geht es nach Oud -Beierland! Der gemütliche und schöne Ort liegt direkt an der Spui, welche kurz darauf in die Oude-Mass fließt. Die Fahrt dorthin ist kurzweilig und nach knapp 3 Stunden stehen wir vor der Sperrtor. Es gibt, mal wieder, unterschiedliche Aussagen bezüglich der Wassertiefe.

Rotterdam und Umgebung

Aber letztendlich haben wir ausreichend Wasser unterm Kiel. Der hintere Bereich des Hafens ist recht eng und zugeparkt und so ergattern wir eine kleine Lücke am langen Steg, welcher normalerweise für große Boote reserviert ist. Die Besitzer des „großen Motorboots“, sind freundliche Niederländer und haben nicht vor abzureisen. Dauerurlauber.

Ein wunderschöner Abend an der Spui

Neben Oud-Beijerland steht auch eine Besuch von Rotterdam auf unsere Liste. Wir haben mehrere Optionen der Anreise gegeneinander abgewogen:

Option A: Mit der Decision in die City-Marina -> Lange Wartezeiten von der Errasmusbrug
Option B: Mit dem E-Bike -> Radladen ist unfähig ein Rad zu reservieren
Option C: Wasserbus -> fährt nicht wegen Covid-19
Option D: Bus und Bahn -> langweilig

Naja am Ende wird es Option D und wir steigen, „bewaffnet“ mit „mondkapje“ und OV-Chipcard, in dem Bus nach Rotterdam. Einmal umsteigen in die Metro und wir sind direkt an der Station Beurs am Maritimen Museum.

Wir sind mit gemischten Gefühlen nach Rotterdam gereist. Es gibt zahlreiche Vorurteile und ja einige haben sich bestätigt. Es ist laut, voll und zum Teil schmutzig! Doch uns hat auch einiges gefallen. Beispielsweise der Besuch des Delfshaven, ein echtes Highlight. Doch letztendlich sind beide keine Stadtmenschen und meist froh wieder bald zurück aufs Land – ähh Wasser – zu dürfen.

Rotterdam alter Hafen

Bild 1 von 9

Dirket am Museumshafen in Rotterdam

Durch den Rotterdamer Hafen

Am Vorabend der Rückreise nach Ijmuiden sind wir beide – Tanja insbesondere – nervös. Es geht um die letzten Vorbereitungen zur Durchfahrt von Rotterdam bis zur Mündung der Maas in die Nordsee.

Quelle: https://www.portofrotterdam.com/en/shipping/contact-the-harbourmaster/notifications/vts-services-and-vhf-communication-procedure-port

Dabei sind die verbindlichen Blockkanäle zwingend einzuhalten und auch die Sportschifffahrt muss sich entsprechend, vor der Einfahrt in die jeweilige Zone/Block, anmelden. Des Weiteren sind noch zwei Brücken zu passieren und insbesondere die zweite Brücke (Botlekbrug), über welche die A15 verläuft, könnte bezüglich der Höhe etwas kritisch sein. Kritisch, da wir nicht unsere exakte Masthöhe wissen und die Brückenwärter ungern „umsonst“ öffnen.

Doch im Grunde verläuft alles perfekt. Die Brückenwärter und auch der „Port of Rotterdam“ verstehen Tanja´s Niederländisch. So funktioniert die Kommunikation und Tanja wird von Block zu Block immer entspannter. -Super gemacht!

Nachdem wir von der Oude-Maas auf den Nieuwe Waterweg abbiegen, entspannt sich die Lage. Der Nieuwe Waterweg ist breit und tief und für Sportboote ist am Tonnenstrich noch genügend Platz. Kurz vor der Mündung passieren wir noch das riesige Sperrwerk der Maas!

Zurück auf der Nordsee geht es bei guten Westwind die letzten 30 Meilen zurück nach Ijmuiden. – schönstes Nordsee Segeln:-)

Zurück im Süßwasser

Wir sind froh, nicht noch in Scheveningen einen Stop eingelegt zu haben, denn das Wetter hat sich über Nacht verschlechtert. Die Saling der Decision klappert im Hafen und beim Frühstück unter Deck prasselt der Regen. Kurz darauf schieben wir uns durch das „Geschwabbel“ bis zur Schleuse und passieren diese ohne große Wartezeit. Die darauf folgende Kanalfahrt ist, wie immer, unspektakulär. Grau in grau brummen wir unter Maschine, anfangs noch mit Unterstützung der Genua, Richtung Markermeer. Wo wollen wir eigentlich heute hin? „fragen wir uns“. Muiden ist doch ganz schön oder Durgerdam? Wo steckt eigentlich Lars & Familie mit dem Fischbrötchen? Kurzum kontaktieren wir Lars und erfahren, dass Fischbrötchen in Monnikendam liegt. So segeln wir, bei inzwischen deutlich besserem Wetter, nach Monnikendam. Dort empfängt uns Lars bereits mit seiner Tochter im Dingi und begleitet uns zu unserem Liegeplatz. Welch ein Service:-)

Wir verbringen alle zusammen einen lustigen Abend, bei Wein und Pasta auf dem Fischbrötchen.

Immer wieder schön – Monnikendam

Der erste Teil unseres Urlaubs ist nun fast zu Ende und so machen wir uns auf den Weg Richtung Friesland. Der direkte Weg nach Stavoren oder Lemmer würde uns über Lelystad führen. Doch dazu haben wir keine Lust und wir möchten Enkhuizen noch mal grüßen.

Blick auf Enkhuizen – Ausfahrt Naviduct Krabbersgat
Durch Friesland

In Stavoren angekommen, legen wir uns wie gewohnt, in den Stadthafen. Es ist wie so oft recht voll, doch wir bekommen noch eine sehr großzügige Box gegenüber der Insel. Nach dem Abendessen besuchen wir das Max – auf ein Bier. Beim bezahlen stellen wir fest, dass die Besitzer das Max schließen möchten, da sie aus Altersgründen aufhören möchten und es keinen Nachfolger gibt. Sehr schade.

Woudsend ist unser nächstes Ziel! Man merkt sofort die Sommerferien – auf dem Wasser ist es knall voll – trotz oder wegen Corona.

Am späten Nachmittag erreichen wir Woudsend und wollen sogleich die Segel bergen. Doch leider überkommt uns erst mal ein Schauer und die Segel müssen noch etwas warten. Wir können unsere Genua leider nur genau im Wind bergen. Andernfalls verhakt sich das Segel in der Kederleiste und geht weder auf noch ab! Dazu mehr im zweiten Teil.

Morgen kommt die Decision aus dem Wasser und die „Arbeiten“ können beginnen. Seid gespannt auf Deel 2/2.

Drei Länder Tour (1/2)

Winter: 2017/2018
London, Normandie oder Kanalinseln. Das ist doch alles soweit! Schaffen wir das? Wie wird das Wetter? Nach langem Abwägen und Beratschlagen entscheiden wir uns gegen London und für Frankreich.

Angang Juni 2018
Wir haben einen Liegeplatz in Zeebrugge, einen Mietwagen und drei Tage Urlaub. Wir wollen die Decision nach Zeebrugge bringen, um unseren Urlaub dort zu starten. Nach einer langen Überfahrt von Enkhuizen nach Amsterdam starten wir am 17. Juni morgens um 4 Uhr. von Amsterdam weiter nach Ijmuiden und von hier direkt weiter auf die Nordsee. Bei böigen 6Bft aus SSW laufen wir einen Kurs von 210 Grad. Die Decision schüttelt und stampft mit jeder Welle. Die knapp über 6 Meter Wasserlinie der Maxi sind bei diesem Kurs und Wellengang eine sehr ernüchternde Erfahrung. So entscheiden wir, um uns und das Material zu schonen, um 10 Uhr nach Ijmuiden umzukehren!
Das ist vernünftig, doch auch enttäuschend zugleich. Erschöpft von der kurzen Nacht und mit der Erkenntnis, das Wetter nicht bezwingen zu können, machen wir im Seaport Ijmuden fest.
Für die nächsten Tage ist weiterhin SW gemeldet. Der Wind soll sogar noch etwas kräftiger werden. Der Liegeplatz in Zeebrugge und Mietwagen werden storniert und wir verbringen noch einen regnerischen Tag in Alkmar bevor wir die Rückfahrt nach Enkhuizen antreten.

3 Wochen später:
Das Auto ist brechend voll mit warmer Kleidung, Essen, Ausrüstung und vielem mehr gepackt. Es geht nach Enkhuizen. Dort finden wir die Decision wohl behalten vor. Leider haben (mal wieder) die Spinnen, Fliegen und Vögel ganze Arbeit geleistet. Wir verbringen den Tag mit putzen, einräumen und einem kleinen Stadtrundgang
Drei Wochen Sommerurlaub liegen vor uns. Unser Motto und Ziel: Wir schauen einfach mal, wie weit wir nach Frankreich kommen und lassen uns nicht hetzen.

Enkhuizen – Durgerdam: 07.07.2018 (hier jeweils klicken)
Wir wollen nicht am ersten Tag schon wieder direkt durch den Nordzeekanal . Unser Tagesziel ist Durgerdam. Schon oft haben wir diesen kleinen Ort einfach links liegen lassen und wie wir jetzt wissen, zu unrecht. In der Dämmerung erreichen wir die Einfahrt zum kleinen Fahrwasser nach Durgerdam. Im Revierführer ist vermerkt, dass die Einfahrt oft verschlammt ist und so tasten wir uns im Dunkeln voran. Immer den Blick auf den Tiefenmesser gerichtet. Der Tiefenmesser springt zwischen 0,4 und 0,6 m unterm Kiel. Doch dann ist es geschafft und wir legen uns nach voriger Absprache mit den Hafenmeister an den Meldesteiger . In der Dämmerung genießen wir den ersten „Anleger“.

Durgerdam – einfach schön

Durgerdam – Ijmuiden: 08.07.2018
Wir haben es nicht eilig. Der Wetterbericht verspricht die nächsten Tage schönes Wetter und Ostwind. Nach einem ausgiebigen Frühstück erkunden wir den wirklich wunderbaren Ort Durgerdam. Nette Kaffees, Blumen an den alten gepflegten Häusern und abseits der Fahrwassers ankern einige Plattis. Wir möchten gar nicht weg. Doch leider braucht der Hafenmeister den Meldesteiger für eine großes Boot. So geht es gegen 11 Uhr durch die Schleuse, weiter durch den Kanal und wieder Schleuse bis zum Seaport Ijmuiden. Ein fast vertrauter Anblick. Nach einer Runde zum Strand stellen wir uns den Wecker auf 03:30 Uhr. Nach einem letzten Blick in die Strömungskarten und den Wetterbericht geht es früh in die Koje.

Ijmuiden – Stellendam: 09.07.2018
Um 04:00 Uhr schieben wir uns aus der Hafenausfahrt vorbei an den qualmenden Industrieanlagen hinaus auf die Nordsee. Wir können das Großsegel setzen. Westwind! Wir biegen nach der großen gelben Tonne nach Südwest ab und ziehen die Genua. Die Nordsee zeigt sich von Ihrer anderen Seite. Kaum Welle und nur eine sanfte Brise schiebt uns nach SW. Wieder scheint der Wetterbericht uns an der Nase herum zu führen. Leider müssen wir das Großsegel bald bergen und fahren unter Motor und Genua weiter. Wir passieren Rotterdam ohne Probleme mit der Großschifffahrt. Durch das AIS haben wir die „Großen“ gut im Blick. Gegen 16:30 Uhr sind wir an der Schleuse und Brücke in Stellendam. Tanja funkt den Schleusenwärter an, ob er für uns die Brücke öffnet. Die Antwort lautet: „Nein, ich mache doch nicht für nichts die Brücke hoch!“ Wir wissen die Masthöhe der Decison nicht. So fahren wir vorsichtig und langsam bei 13,80 Meter durch die Brücke. Im Funk hören wir: noch 60 cm…
Bei ordentlich Seitenwind machen wir nach zwei Anläufen an der Gulf-Tankstelle fest. Leider gibt es hier in der Gegend sehr wenige GTL-Tankstellen und wir möchten unsere Vorräte in Kanistern noch für die weitere Reise aufsparen.
„So ein Mist“ schreit Wolfgang als Tanja vom Hafenbüro zurückkommt. Unser Dieseltank ist mal wieder undicht und die Brühe steht auf dem Tank! Eine Gummidichtung der Verschraubung ist defekt uns so müssen wir mit Küchentüchern das retten, was zu retten ist. Die Bude stinkt natürlich wieder nach Diesel!
Stellendam ist eine saubere, gepflegte und moderne Marina. Leider fehlt etwas Charme und das Ortszentrum ist doch recht weit. Wir erkunden die Umgebung und nehmen das durchaus gute gastronomische Angebot des Hafen-Restaurants war. Bei leckerem Essen ist das Dilemma mit dem Tank schon bald vergessen. Der Wetterbericht meldet kräftigen Wind für die nächsten 24-Stunden und so entscheiden wir uns spontan für einen Hafentag.
Der nächste Morgen ist sonnig, leicht regnerisch und windig. Nach ausgiebigem Frühstück, etwas aufräumen und Logbuch schreiben wollen wir uns am Hafenbüro Räder leihen. Doch bevor es losgeht, bekommt die Decision noch zwei neue Blöcke für die Genuaschot. In Stellendam gibt es nämlich einen gut sortierten „Watersportwinkel“! Wir machen uns mit den Rädern auf, um die Seehundstation zu erkunden. Die Station ist gut besucht. Da es immer noch fein regnet ist dies für viele Familien das „Schlechtwetterprogramm“. Leider bekommt man dadurch nicht sehr viel von den Seehunden und Roben zu sehen. Immerhin können wir nun Seehund und Kegelrobe auseinander halten.

lecker

Weiter geht es nach Ouddorp. Der Weg führt uns durch die Dünen, zu einem Aussichtsturm und unterwegs können wir noch etwas rasten. Tanja´s Rücken ist angeschlagen und so lassen wir die Sache ruhig angehen. In Ouddorp angekommen, parken wir die Räder und zu Tanja´s Freude gibt es einen Wochenmarkt. Wir schlendern über den Markt und landen bald im Pfannekuchenhaus. Eine gute Entscheidung. Hier gibt es leckeres Essen und wir können den nächsten Regenguss abwettern. Auf dem Rückweg kaufen wir noch in zwei Reginalläden ein. Hier gibt es alles was das Feld hergibt. Von Kartoffeln, Salate, Tomaten, Milch, Käse Honig und vieles mehr. Am Ende sind Räder vollgepackt. Wolfgang packt noch einen drauf und stockt die Wasservorrate im Stellendammer Supermarkt noch mal auf. Wir lassen den Abend ausklingen und gehen früh zu Bett.

Ouddorp – Zeebrugge: 11.07.2018

früh geht es durch die Schleuse

Um 03:30 Uhr klingelt der Wecker. Reise, Reise summt es und wir schälen uns noch etwas schläfrig aus den Kojen. Wir müssen früh los, um den Strom auszunutzen. Wieder geht es durch die Schleuse und danach durch die Brücke. Der Schleusenwärter öffnet die Brücke. So brauchen wir nicht zu bangen.
Still und ruhig liegt die Nordsee vor uns. Im Schein der Leuchtfeuer und des hellen Horizonts schleichen wir uns durch das Fahrwasser. Wir begegnen nur einem Seehund und einem Fischer. Beide haben wohl die gleichen Absichten. Bald können wir die Segel setzten und fahren Richtung SW. Leider schläft der Wind schon gegen Mittag wieder ein und wir müssen die letzten Meilen motoren. Vor Zeebrugge setzten wir brav die belgische Gastlandflagge. Zeebrugge Port Control – This is Sailing Yard Decision – We request permission to enter ruft Tanja in den Funk. Port Control gewährt uns Einfahrt. Der Vorhafen ist riesig und wir werden von Port Control angewiesen einen „Großen“ passieren zu lassen. Fast eine Stunde dauert die Fahrt bis zur Westhinder Marina.

Ausblick vom Kreuzfahrtzentrum

Der Hafenmeister begrüßt und freundlich und nimmt uns die Leinen an.
Erst mal ankommen. Wir schälen uns aus dem Ölzeug. Denn hier ist strahlend blauer Himmel und Sommer. Wir genießen den „kühlen Anleger“. Dank unsere „erweiterten“ Batterieleistung haben wir den Kühlschrank einfach laufen lassen. Kein Problem!
Beim Rundgang entdecken wir neben Fischgeschäften, wo wir uns mit Krabben eindecken, auch eine „belgischen Pommes Bude“. Die muss Wolfgang einfach mal probieren!
Am Nachmittag wir das Boot noch etwas aufgeklart und wir informieren uns noch über Brugge.

Auf geht´s

„Bewaffnet“ mit zwei Tickets für die Tram geht es am nächsten Morgen mit der Bahn über Blankenberge nach Zeebrugge! Schon die Fahrt

vom Bahnhof zum Markt mit der Bus ist beeindruckend.

Marktplatz

So viele schöne alte und gepflegte Häuser habe wir gar nicht erwartet. Inspiriert hat uns der Film „Brügge sehen und sterben“. Dies war wiederum der Anstoß von Antje. Somit war klar hier müssen wir hin!

Die Besten

Leicht geflasht von der vielen Eindrücken gibt es leckere „belgische Waffeln“. Angeblich die besten der Stadt. Wobei es etwa ein halbes Duzend Läden

Schokolade

mit dieser Behauptung gibt!
Wir wandern noch durch viele Gassen und Krachten bis wir schließlich in der Brauerei von Brugge landen. Natürlich müssen wir hier auch mal die belgische Tradition kosten. Wolfgang ist beeindruckt von der über drei Kilometer langen Bierleitung.

Bierleitung

Die Brauerei wollte den ursprünglichen Standort in der Stadt erhalten. Leider konnte das Bier hier aber nicht abgefüllt und abtransportiert werden und so wurde kurzer Hand eine „Bier-Pipeline“ gebaut!

Begijnhofbuurt

Nachmittags treten wir die Heimreise nach Zeebrugge an. Zurück am Boot genießen wir die schöne Abendsonne. 

 

 

 

Zeebrugge – Nieuwpoort: 13.07.2018
Um 05:00 Uhr ruft Tanja erneut Port Control. Auch das verlassen ist ohne die ausdrückliche Freigabe durch Port Control nicht gestattet und zu empfehlen. Der Hafen ist trotz seiner Größe teilweise etwas unübersichtlich und so müssen wir an diesem Morgen warten bis ein großer Pott im Becken gedreht wurde.
Im Morgenrot finden wir schließlich den Weg aus dem Hafen. Die Fahrt entlang er belgischen Küste ist bei guten Wetterbedingen kein Problem. Die Hauptgefahren sind die langen Sandbänke, welche sich ständig verändern und die großen Schiffe. Wir halten uns an die im „Imray north sea passage pilot“ beschrieben Wege und habenen somit keine Probleme. Das Buch ist für dieses Revier fast verpflichtend. Denn es enthält neben den empfohlenen Fahrwegen, Revierinformationen und Hafenpläne.
Nieuwpoort kann tidenunabhängig angelaufen werden. Die langgezogen kanalartige Einfahrt ist mit zahlreichen Dalben und zum Teil verfallenen Anlegern gespickt. Hier wurde wohl auch so einiges mal entsorgt. Im inneren gibt es drei Marinas. Wir entscheiden uns für den KYCN und werden nicht enttäuscht. Der „Koninklijke Yachtclub“ ist eine bestens geführte Marina. Strom, Wasser, Diesel , Club-Restaurant und gute Sanitäreinrichtungen sind vorhanden. Leider kein Yachtausrüster. Denn unser „blaues“ Gas ist in Zeebrugge erloschen.
Der Gang von der Marina zum Zentrum dauert etwa 20 Minuten und führt durch eine urbane Gegend aus zerfallenen Gebäuden, Fischereibetrieben und Werften. Hier nagte der Zahn der Zeit schon gewaltig. Ganz im Gegenzug zur Innenstadt. Die man als wirklich schmuck bezeichnen kann. Die Nieuwpoorter übertreiben es sogar etwas. Fast unser kompletten Stadtrundgang wurde vom Geräusch einer Kehrmaschine begleitet.
Der Hunger macht sich nun doch bemerkbar und wir gehen zurück auf Boot um die frisch gekauften Nordseekrabben mit Pasta und Tomatensoße bekannt zu machen. Das Ergebnis ist perfekt!
Wir genießen noch einen vorgezogenen Sundowner bevor das Eis noch schmilzt.

Nieuwpoort –Gravelines: 14.07.2018

Morgenstimmung bei der Abfahrt

An das frühe Aufstehen haben wir uns schon fast gewöhnt und wir mögen auch die Ruhe und Stille am Morgen. Gerade die Dämmerung hat für uns stark an Reiz gewonnen. In unseren ersten Seglerjahren haben wir die Dunkelheit gemieden, ja gefürchtet. Wir planten viel Puffer ein um auf gar keinen Fall im Dunkeln anzukommen. Das ist heute anders. Die Dämmerung hat ihren besonderen Reiz. Stille, etwas Einsamkeit und geheimnisvolles. Doch bedarf sie Respekt und Aufmerksamkeit.
Um 07:36 Uhr setzen wir die französische Gastlandflagge. Wir sind in Frankreich.
Die Genua schiebt uns Richtung Dünkirchen und schon bald sehen wir die enormen Industrieanlagen. Der Hafen Dunkerque besteht aus zwei Teilen welche mit einem Kanal „Canal des Dunes“ verbunden sind. Imposant und doch sehr hässlich zugleich.
Bald müssen wir den Motor anstellen da uns die Genua alleine nicht ausreichend schiebt um steuerfähig zu bleiben. Der Strom wurde durchaus ausreichen um rechtzeitig anzukommen. Rechtzeit damit genügend Wasser im Kanal nach Gravelines steht bedeutet für unseren Tiefgang etwa 1:15 vor und 1:30 nach Hochwasser. Die Einfahrt fällt bei Ebbe fast trocken. Wir passieren im rechten Winkel den Fährhafen um die Bucht vor Gravelines anzulaufen. Die Einfahrt ist unübersichtlich aber Dank unseres AIS können wir quasi um die Ecke schauen. Wir stoppen die Maschine und drehen noch einige Kreise unter Genua bis wir die Ansteuerung wagen. Dabei können wir Frankreichs leistungsstärkstes AKW bestaunen. Ein Bauwerk aus dem Jahre 1975!
Die Spannung steigt und der Blick bleibt auf den Tiefenmesser gerichtet. Stetig nimmt er ab und zeigt schließlich 0,6 unterm Kiel. Wars das? War dies die flachste Stelle an der Einfahrt? Wir laufen etwa 1:15 Stunden vor Hochwasser ein und somit haben wir genügend Zeit ggf. umzukehren. Der Flutstrom schiebt uns bis zum Schleuse und wir legen am „Visitor“ Steg an. Beim Anlegen unterschätzt Wolfgang die Strömung aber Tanja hat die Leine schon fest. Tricky: Strömung ablandig und Wind auflandig.

vor wenigen Sunden sind wir hier noch gefahren

Beim Rundgang durch Gravelines spürt mal direkt die französische Lebensart. Nichts ist perfekt und aufgeräumt doch auch nicht unordentlich oder schlampig. Nicht mehr die kleinen gepflegten niederländischen Häuser mit Ihren perfekten Gärten. Nein ein eher mediterraner Lebensstiel strömt uns entgegen. Wo einem gerade das Unperfekte und Unvollständige auf eine sympathische Weise entgegenschwingt. Das Wetter ist sicherlich mitverantwortlich für dieses Empfinden! Wir knacken locker die 30 Grad Marke und wir schwitzen ordentlich bei unserem kleinen Spaziergang.
Fast alle Geschäfte haben geschlossen? Siesta? Fußball WM? Wir erfahren nicht warum und so sind wir etwas enttäuscht. Wir wollten doch einen französischen Bäcker aussuchen, um Baguette oder Süßes zu kaufen. So setzen wir uns in eine kleine Bar am Marktplatz und genießen einen kühlen Schluck. Die „Dame“ von der Bar beantwortet Tanja´s Frage nach einem Bäcker, welcher sonntags geöffnet hat nur mit einen „Kopfschütteln“ und « Non, bien sûr que non ! « .
Beim Betreten der Decision stellen wir fest, dass sie nicht mehr schaukelt . Wir secken fest im Schlick. Der Tiefenmesser schwankt 0,1 und OUT. Noch bei der Reservierung haben wir unseren Tiefgang angegeben und es wurde uns versichert, dass genügend Wasser im Becken ist. Naja, nach den Angaben im Imray ist der Schlick weich und stellt somit kein Problem dar. Doch wir müssen noch vor der Weiterfahrt unseren Seewasserfilter  reinigen und staunen nicht schlecht, was sich dort so alles befindet.

Plastikfolie, Algen und Papier – arme Nordsee

Wir können gemütlich ausschlafen. Wir bleiben noch einen ganzen Tag hier, um den Strand, Leuchtturm und Dünen zu erkunden.
Mit dem Besuch des Leuchtturms werden wir nicht enttäuscht. Für 1,50 Eur darf man den alten noch in Betrieb befindlichen Leuchtturm „Le Phare de Pe-tit-Fort-Philipe mit seine 30 Metern Höhe in 116 Stufen erklimmen. Der Blick bei diesem herrlichen Wetter ist einfach nur „schön“.

Rundumsicht

Nur die die Suche nach Eis gestaltet sich nicht einfach. Ok, wir haben Juli. Es ist Sonntag 13 Uhr und geschätzte 32 Grad Celsius. Wir haben den „Jahrhundert-Sommer“! Der Eiswagen hat mal wieder zu! So landen wir schließlich in der Strandbar und essen dort unseren Eisbecher während im Hintergrund eine französche Sängering Schlager singt. Ihr Talent ist sicher noch ausbaufähig. Unsere Tischnachbarn stört das nicht. Sie singen und klatschen voller Freude. Verrückt!

Gravelines – Boulogne sur meer: 16.07.2018

Die Sonne dämmert schon etwas als wir unsere Leinen in der „Marina Vauban Gravelines“ einholen. Etwa 30 Minuten nach Hochwasser laufen wir aus der Schleuse. Trotz der Gegenströmung kommen wir gut voran und das Flach am Ende des Kanals ist schnell überwunden. Wir nehmen Kurs Richtung Calais. Die Warnungen und Hinweise im Revierführer sind eindeutig. Starke Strömungen mit fast 4 Knoten und Schnellfähren sind die Hauptgefahren an der Achillessehne des englischen Kanals. Über Funk hören wir Dover Coast Guard und im Dunst liegt die englische Küste zum Greifen nah.
Wiedermal Dank des AIS und der guten Sicht schlängeln wir uns an der Einfahrt Calais vorbei und segeln bei flauen Südwind Richtung „Cap Gris-Nez“.
Allmählich nimmt der Wind weiter an und wir starten den Solé zur Unterstützung. Wir liegen zwar noch gut in der Zeit und die Strömung schiebt uns kräftig ums Kap. So erreichen wir gegen 15 Uhr den Hafen von Boulogne-sur-Mer.

Die Marina bei Niedrigwasser

Die Einfahrt ist nur dürftig betonnt und im Nordteil liegt ein weitläufiges Flach. Doch auch dies meistern wir und nach Tanja´s Funkspruch zur Marina bekommen wir einen Platz zugewiesen. Am Steg werden wir von einem Marinero empfangen, welcher uns auch die Festmacher übernimmt.

lecker Gin mit Melone

Im Hafen steht die Luft und es ist direkt richtig heiß. Ohne Schatten zerlaufen wir in der Pflicht. Wir beginnen zugleich unser „freebag overhead“ aufzubauen. Nach einigen Gefummel steht das Sonnensegel und wir können den Schatten genießen.

Boulogne ist eine Stadt der Extreme. In der Unterstadt im Hafengebiet ist es schmutzig, laut und von der Fischerei geprägt. Doch nicht dieses romantischen Fischerdörfer, welche man aus Dänemark kennt. Nein, industriell und abgenutzt. Die gegen ist bestimmt von Zweck Gebäuden, billigen Geschäften und Hotels. In der Oberstadt findet man den alten Kern. Wunderbare alte Häuser und Kirchen. Die alte Stadtmauer lädt zum Spazieren ein und es herrscht der Flair des Südens. Es herrscht eine Betriebsamkeit, welche hektisch und beruhigend zugleich ist. Wir sitzen in einem Café und beobachten das Treiben. Wie Die Menschen, Hunde, Rollerfahrer zwischen Auto´s sich durch die alten und engen Gassen quetschen.
Muscheln soll es heute Abend geben und so schlendern wir durch die Gassen und vergleichen die Speisekarten. Wir werden nicht enttäuscht und bekommen einen riesigen Topf.
Wir haben in Gravlines Bekanntschaft mit einer netten Crew einer Najad 38 gemacht und die Empfehlung bekommen nach Wimereux zu fahren. Ein kurzer Check im Netz nach der Busverbindung und zu Tanja´s Freude gibt es am nächsten Morgen einen Wochenmarkt.
Auf dem decken wir uns mit frischen Erdbeeren, Tomaten , Käse und Brot ein. Ein wahres Schlaraffenland. Die Auswahl und Qualität der angebotenen Waren ist einfach nicht mit dem, was man auf deutschen Märkten bekommt, vergleichbar. Wir lieben es im Ausland einzukaufen, doch leider ist unsere Transport-Kapazität beschränkt und ein Boot nicht die günstigste Lagerfläche. So ziehen wir mit unseren Einkäufen weiter und erkunden die Küste. In dieser wunderbaren Landschaft nehmen wir unser Picknick ein. Kann es denn noch schöner werden?

Leckereien vom Markt

Halbzeit: Erneut prüfen wir das Wetter und stellen dabei etwas enttäuscht fest, leider keine Besserung. 1-5 Konten Wind aus Ost und später Nord-Ost! Eine Weiterfahrt nach Dieppe oder eigentlich Fecamp würden weitere 12-15 Stunden unter Motor bedeuten. So beschließen wir ab morgen wieder Kurs Ost-Nord-Ost zu laufen um etwas mehr Zeit für die Rückreise zu haben.
Weiter geht es in Kürze mit zweiten Teil der Reise.

In dieser Karte von Google könnt Ihr die gesamte Strecke noch mal nachverfolgen.

Noch ein paar Impressionen aus dem ersten Teil der Reise.

 

Einmal Rund Holland, bitte!

Enkhuizen, Den Oever, Oudeschild (Texel), Ijmuiden, Muiden, Marken, Monikendam, Urk, Enkhuizen

Zweieinhalb Wochen Sommerurlaub stehen an und wir brauchen dringen Erholung. Doch halt, da war ja noch was. Unsere neuen Seitenfenster müssen noch einen Tag aushärten. Die Abfahrt verschiebt sich also noch.

Wir nutzen die Zeit für Ausflüge mit dem Auto. Wir besuchen Amsterdam und erkunden die Küste bei Egmond aan Zee. Die Zeit geht schnell vorbei.

Am Dienstag geht es mit neuen Fenster und einer motivierten Crew los. Ziel: Den Oever. Gegen Nachmittag erreichen wir den Binnenhafen von den Oever. Wir machen noch einen sehr langen Spaziergang zur Schleusenanlage um festzustellen, dass wir aufgrund des Zauns nichts sehen können.

Der nächste Morgen war recht diesig und wir sind durch die Stevinsluizen raus auf die Waddenzee.

DenOever Schleuse
DenOever Schleuse

Der Konvoi verteilt sich nach der Schleuse im Wattfahrwasser recht schnell. Wir sind noch etwas früh dran und haben somit noch etwas Strom gegen an.  Wir sehen Seehunde auf den Bänken und Fischer.

Fischer auf der Waddenzee
Fischer auf der Waddenzee

Das Wetter wird freundlicher und wir erreichen am frühen Nachmittag die Einfahrt zum Waddenhafen Texel. Im Revierführer stand etwas von starkem Queerstrom zur Hafeneinfahrt. -Ja das stimmt!- Aber mit ordentlich „Speed“ rauschen wir in den Hafen ein. Der Hafenmeister empfängt hier seine Gäste mit seinem roten Schauchboot. Wir bekommen einen etwas zu kleinen Platz zugewiesen und beim Anlegen wird es noch sehr eng zwischen Boot und Stromkasten;-)

Waddenhafen Texel
Waddenhafen Texel

Die nächsten Tage erkunden wir die Insel mit dem Bus, Fahrrad und zu Fuß. Wir kochen, essen Eis, Fischbrötchen und entspannen. Das Wetter spielt auch mit und die Zeit vergeht wie im Flug.

De Slufter im Norden von Texel
De Slufter im Norden von Texel

Die Wettervorsage sagte eine Windrichtungsänderung auf SÜD voraus.  Wir wollen ja nach SÜDEN Richtung Ijmuiden! Wir legen gegen 10 Uhr bei Südwest 4Bft in Oudeschild ab. Trotz leichten Stroms gegen an, kommen wir gut voran. Nachdem wir die Marsdiep verlassen haben, legt der Wind auf 5Bft zu.

Bis Bergen aan Zee kommen wir gut voran. Doch leider dreht der Wind etwas früher auf SSW. Somit müssen wir sehr hoch an den Wind. Wir freuen uns, dass wir die Verfolgerin, eine Feeling, lange Zeit auf Abstand halten können.

Feeling gegen Maxi-)
Feeling gegen Maxi-)

Nachdem wir schon endlos lange die Industriegebäude von Ijmuiden und das Tonnengewirr der Hafeneinfahrt sehen, erreichen wir kurz vor Dämmerung den Hafen. Wir legen uns längsseits mit andern Yachten an die Pier, bezahlen beim Hafenmeister und kochen uns was feines. Am Abend lauschen wir unseren Nachbarn….

Ijmuiden hat nicht viel zu bieten und wir beschließen, noch morgens abzulegen und durch den Kanal bis Muiden zu fahren. Der Morgen ist wieder mal sehr kühl. Wir motoren durch den Nordseekanal entlang an Amsterdam. Man braucht rund um den Hauptbahnhof ein wachsames Auge. Fährverkehr!

Amsterdam Hauptbahnhof
Amsterdam Hauptbahnhof

Norseekanal. Hier gibt es auch große Potte!
Norseekanal. Hier gibt es auch große Potte!

Das Wetter wird schöner und wir erreichen bald die oranje sluizen.

Tanja beim Schleusenmanöver
Tanja beim Schleusenmanöver

In Muiden bekommen wir den letzten Liegeplatz für diesen Tag. Der Hafen wird vom der Koninklijke Nederlandse Zeil & Roeivereniging betrieben. Der Hafenmeister hat nun Feierabend aber wir können die guten Einrichtungen des Hafen´s genießen und drehen noch eine Runde durch den schönen Ort.

Das Schloß von Muiden
Das Schloß von Muiden

Wir wollen weiter nach Marken. Das ist eigentlich nur eine Katzensprung. Aber zuerst müssen wir uns um die Genua kümmern. Die klemmt in der Hälfte fest und mag weder hoch noch runter   😕   . Ein freundlicher niederländischer Segler von Steg gegenüber hilft uns weiter 😀  . So geht es dann Mittags rüber nach Marken. Wir legen uns an den Seitensteg und erkunden den Ort. Es gibt zwar einen Hafenmeister, der kassiert, aber es gibt keine sanitären Einrichtungen.

Marken eine kleine Insel
Marken eine kleine Insel

Was haben die auf unseren neuen Fenstern verloren?
Was haben die auf unseren neuen Fenstern verloren?

Weiter geht es nach Monikendam. Duschen und Stadt erkunden. Am nächsten Tag geht es unter Schmetterling quer durchs Markermeer nach Lelystad. Wir wollen aber nur durch die Schleuse. Wie wir das schon aus den Chartertörns kennen, ist hier einiges los. Daher müssen wir erst mal Kreise drehen…

Warten vor der Brücke in Lelystad
Warten vor der Brücke in Lelystad

Nach der Schleuse können wir direkt wieder Segel setzen und bei Sonne geht es Richtung Urk.

Urk in Sicht!
Urk in Sicht!

Wir legen uns in den Vereinshafen und erkunden gleich die Stadt. Wir wollen das tolle Fischrestaurant ausprobieren. Tipp aus dem Segeln-Forum!

Der Hafen von Urk
Der Hafen von Urk

Heute müssen wir zurück. Unser Urlaub ist fast zu Ende und das Wetter wird etwas schlechter…

Quelle Seekarte: NV Verlag, Eckernförde –
NV.Atlas NL1 – NV.Atlas NL1 – Borkum naar Oostende
NV.Atlas NL2 – Waddenzee
NV.Atlas NL3 – Ijsselmeer en Randmeeren