Nachtrag: Winterkur

Im Oktober 2015 haben wir unsere Decision aus dem Wasser geholt. Das Unterwasserschiff zeigte sich nach der Reinigung nicht von der besten Seite. Wir hatten schon im Frühjahr die vielen, zum Teil losen, Anstriche bemerkt. Viele Jahr Anitfouling-Streichen hinterlassen eben Spuren und die einzelnen Schichten lösen sich nach und nach. Wir beschlossen, das Unterwasserschiff komplett neu aufzubauen. Die Arbeiten sollten professionell durchgeführt werden und so beauftragten wir Reekers Watersport damit.

Frühjahr 2016: Wir war wohl der Winter? Wie schaut unser Unterwasserschiff nun aus? Und was steht noch alles an Arbeiten an?

Unsere neue Winterplane ist wohl nicht "Winterfest"
Unsere neue Winterplane ist wohl nicht „Winterfest“

Gleich zu Anfang sehen wir die Hiobsbotschaft. Unsere Winterplane und das Decksgestell haben Schaden genommen. Die Plane hat es „hinter sich“ und das Decksgestell ist „lose“. Aber zum Glück keine Schäden am Boot!

Da glänzt noch alles!
Da glänzt noch alles!

Das Unterwasserschiff wurde neu aufgebaut, Seeventile erneuert und die Maschine gewartet.

glatt wie ein babypopo
glatt wie ein babypopo

 

 

Der erste und einfach Teil ist damit erledigt. Wir wollen aber die Saison bald beginnen und so müssen wir unseren Teil auch dazu beitragen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen...
Das Ergebnis kann sich sehen lassen…
Der Dreck muss weg
Der Dreck muss weg

 

Auch die Winschen brauchen mal etwas Pflege. Das Zerlegen geht einfacher als gedacht. Mit Spezialreiniger werden die Verkrustungen entfernt und danach mit Öl und Fett vom Hersteller geschmiert. Nach dieser Kur arbeiten die „alten“ wieder wie „neu“. Das „Klicken“ ist wie Musik in den Ohren.

schicke "LED"
schicke „LED“

Nun muss die neue Seglerlaterne noch montiert werden. Zuerst erneuern wir das alte Mastkabel.

Radarreflektor
Radarreflektor

Dazu vernähen wir es mit dem alten Kabel. Nach der Demontage des Mastkopfs (können wir einfach das neue Kabel nachziehen.Die neue LED Lampe wird mit Spezialverbinder (Schrumpfschlauch mit Lötzinn) verbunden. Aus Aluminumblech wird ein neuer Haltebügel gefertigt. Die neue „dicke Röhre“ kommt ans Achterstag!

Die Wartel: Wir sind sehr froh über den guten Verlauf unserer Arbeiten. Wir sind gut voran gekommen und das Wetter hat uns auch nicht im Stich gelassen. Zumindest passt unser „Timing“ zu den Arbeiten. Beim Anschlagen der Genua haben wir weniger  Glück. Die Genua können wir nur ca. 3-4 Meter nach oben ziehen und dann geht nichts mehr. FEST!(Schon im vergangen Jahr hatten wir Probleme, die Genua zu bergen;  zwei Stunden Kampf bis sie unten war.)

Nach einigen Versuchen ist klar: Der Topwirbel ist defekt. Leicht niedergeschlagen werden alle Segel wieder abgeschlagen. Die Überfahrt in unseren Sommerhafen ist damit geplatzt.

WartelNach einigen Gesprächen und Telefonaten mit Steven von Reekers gibt es noch Ersatz für unsere Anlage. Zwei Wochen später geht es mit neuer „Wartel“ nach Enkhuizen!

Inzwischen wurde unsere Genua auch schon gekürzt. Sie war die Ursache für den Defekt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ToDo Liste oder Wer braucht bei 5°C schon einen Kühlschrank?

Sonntag 24.04.2015 Enkhuizen Bahnhof: Der gelbe IC Richtung Amsterdam fährt los und die ersten Regentropfen fallen. Tanja fährt zurück nach Woudsend und holt unser Auto um damit nach Hause zu fahren.

Gute Reise!
Gute Reise!

Ich hingegen habe meine lange ToDo Liste und eine Woche Urlaub vor mir. Geplant sind drei Tage dafür. Leider ist das Wetter im April alles andere als beständig und der Wetterbericht verheißt nichts Gutes. Heute, am Sonntag, soll der beste Tag der Woche werden und so mache ich mich gleich an die wichtigste Sache. Der Kühlschrank! Trotz zahlreicher Versuche im vergangen Jahr war der „ALTE“ nicht wieder in Gang zu bringen. Eine Leitung hat wohl ein Leck und das Kühlmittel entweicht immer wieder. Zu meinem Geburtstag habe ich einen neuen geschenkt bekommen.

Unser "ALTER"
Unser „ALTER“

Die Decision steht voll mit Werkzeug, Isoliermatten, Kleber, Kühlschrank und vielen Kleinteilen. Kaum Platz zum Bewegen. Hilft alles nichts. Ich werde die nächsten Tage das Zeug noch oft umräumen müssen….
Zuerst muss der „ALTE“ raus. Das gestaltet sich einfacher als gedacht. Die rostigen Schrauben bieten keinen großen Widerstand. Ein größeres Problem sind die Platzverhältnisse in der Backskiste. Nicht für den Kühlschrank, sondern für mich.
Den Einbau verschiebe ich auf morgen. Jetzt schließe ich noch schnell unsere LED Seglerlaterne an. Ich bekomme die alten Stecker einfach nicht ab. Nachdem ich mein Vorhaben aufgrund von Schauerböen

Hagel im April
Hagel im April

immer wieder unterbrechen muss, beschließe ich, die vorhanden Stecker zu lassen. Diese sind erst ein Jahr alt aber rosten schon. Tolle Qualität!
Am Abend leuchtet die Laterne!

Alles im "grünen" Bereich
Alles im „grünen“ Bereich

Tanja ist auch gute zu Hause angekommen. Ich bin sehr beruhigt!
Montag: Die Nacht hat mich ordentlich durchgeschaukelt. Der Wind kommt genau von Backbord und der Regen prasselt gegen die Scheiben.
Es geht zum örtlichen Segelmacher. Unserer Genau ist ja etwas zu lang und muss verkürzt werden. Die Genau rauscht ohne haken und klemmen nach unten. Die neue „Wartel“ ist der Hammer!
Auspacken und zuerst den Verdampfer montieren. Mist die alten Löcher für das Thermostat passen nicht. Ich habe natürlich keinen neuen Metallbohrer dabei! Also auf zum Baumarkt bei Regen und Wind. Es ist sau kalt geworden. 5°C stehen auf dem Thermometer am Hafenbüro.
Unten in meiner Backskiste ist es mit langer Unterwäsche erträglich. Jetzt bin ich mit kurzen wetterbedingten Unterbrechungen seit 5 Stunden in der Kiste. Alles dauerte etwas länger. Mal passen die Kabel nicht auf die Kabelschuhe, dann bricht der Bohrer ab und die Klemmverbinder für die neue Steckdose streiken. Zum Glück gibt es hier am Hafen den Joosten Watersportwinkel. So kann ich meine fehlenden Sachen dort nachkaufen. Auch den 21‘ Maulschlüssel kann ich mir hier ausleihen. (Ich habe nur einen 20‘ und einen 22‘ dabei)

Spannung!
Spannung!

Nachdem fast alles montiert ist, kommt der spannende Moment. Der Verdampfer und der Kompressor müssen verbunden werden. Hierfür hat man genau eine Chance! Aber es funzt!

 

Dicht!?!
Dicht!?!

Funktionstest bestanden. Er läuft auf 230V über das Netzteil und auch über die Verbraucherbatterie!
So geht es voller Tatendrang gleich zum zweiten Projekt. Ich möchte noch den Zinksaver einbauen. Beim Öffnen der Steckdose in der hinteren Backkiste geht eine Schraube ihren eigenen Weg. Alle Versuche, diese wieder einzufangen oder Ersatz zu finden, scheitern. Auf zum Baumarkt!
Nun den ganzen Saustall aufräumen und die Decision wieder bewohnbar machen. Sehr müde gehe ich heute in meine Koje. Die habe ich Aufgrund der Temperatur in den Salon verlegt. Es regnet natürlich. Ohh nein es ist Hagel!
Dienstag: Der Wind hat gedreht und kommt jetzt genau von achtern! Aber heute stehen keine Außenarbeiten an.

Motorverkleidung alt und neu
Motorverkleidung alt und neu

Ich erneuere die Motorraumisolierung. Der alte Schaumstoff bröselt ab und verteilt sich auf dem ganzen Motor. Zuerst müssen die Brösel weg. Schlangenmenschen haben es hier einfach. Leider bin ich keiner. Die Verbindung Schmutz, Schaumstoff und Öl ist extrem schwierig zu entfernen. Mit Pinsel, Zewa und Besen schaffe ich es schließlich. Ich entferne die alten Matten und spachtele die restliche Klebermasse ab. Im Inneren der Decision stapeln sich Verkleidungsteile, Werkzeug und Material. Draußen fegen die Schauerböen nur so durch. Immer wieder Hagel! Das macht die Sache nicht ganz einfach. Mein neuer Superkleber duftet etwas streng und etwas Luft kann nicht schaden. Jetzt nur nicht den Kleber an die Verkleidung oder sonstiges schmieren. Aber am Ende geht alles gut!

Verkleidung neu
Verkleidung neu

Auch das Innere unseres schwimmenden Zuhauses ist nach längerem Staubsauger-Einsatz wieder schön.
Mittwoch: Ausschlafen. Der Wind hat nachgelassen und es prasselt der Regen aufs Deck. Heute ist https://de.wikipedia.org/wiki/Koningsdag und beim Weg zum Bäcker ist schon Marschmusik im ganzen Ort.
Nach dem Frühstück möchte ich den Trinkwassertank und die Leitungen reinigen. Dazu habe ich das Tank o Clean System gekauft. Die Lösung habe ich gestern schon angesetzt. Das Mittel wird in den Tank gegeben und in den Schläuchen und Pumpen verteilt. Nach 20 Minuten wird das ganze dann abgepumpt. Das Abpumpen in der Pantry gestaltet sich durch unseren Wasserfilter etwas schwierig!

Wasser ablassen
Wasser ablassen

Nach reichlich Spülen mit Frischwasser ist die Prozedur vollbracht. Dabei sind einige sichtbare Ablagerungen herausgekommen.
Den restlichen Tag verbringe ich mit kleineren Reparaturen und Putzen.
Resteessen: Morgen geht es wieder nach Hause und der Kühlschank muss leer werden…
Hurra der Regen hat nachgelassen. Der Blick auf die Tankuhr überrascht mich sehr! Knapp halb voll. Einmal Woudsend Enkhuizen und die Heizung!?!?

Decision bei der Abreise

SIERRA / ROMEO / CHARLY

Ich habe mir zu Weihnachten 2015 selbst ein Geschenk gemacht…Einen Wochenend-SRC-Funkkurs.

Unterm Weihnachtsbaum
Unterm Weihnachtsbaum

Wolfgang hat den Schein ja bereits, wozu also eigentlich? Ein bißchen nautische Weiterbildung kann ja nicht schaden.

Der Kurs startet, ohne dass ich mir die Unterlagen vorher angesehen habe. Schon zu Beginn sollen wir unseren Namen im Funk-Alphabeth buchstabieren – Klappt nur holprig…Und holprig geht’s am ersten Tag erst mal weiter….Die Funkferkehr-Abläufe wollen mir erst mal nicht so richtig in den Kopf gehen. Am zweiten Tag läuft es besser, auch den Namen kann ich jetzt buchstabieren.

Bis zur Prüfung habe ich 4 Wochen. Also: Lernen, lernen, lernen. Theorie ist ja nicht so schwer. Mit Hilfe einer App sitzen die Fragen schnell recht sicher. Wann nutze ich welchen Kanal? Das ist das einzige Thema, bei dem ich noch regelmäßig daneben liege. Wolfgang übt jeden abend geduldig mit mir den Sprechfunk. Um das Gerät sicher bedienen zu können, treffe ich mich mit einer netten Mit-SRC’lerin noch mal in der Segelschule zum Üben.

Prüfungstag in Frankfurt: Theorie….mit links.  Auf die pratische Prüfung muss ich mehrere Stunden warten und die Aufregung steigt. Als es soweit ist, bin ich total nervös. Habe schon ganz vergessen, wie sich Prüfungsangst anfühlt aber die Prüfer sind sehr nett, geduldig und auch wenn ich mich hier und da ganz schön vertue und bei zwei Aufgaben auch die zweite Chance benötige….der Schein ist meiner….

SRC Schein

Boatfit: Bekanntes neu erleben

Das Licht wird langsam hell und der Radiowecker beginnt um 5:00 Uhr zu spielen. Aufstehen!

Messezentrum Bremen
Messezentrum Bremen

Um 5:45 Uhr geht es von zu Hause mit der Bahn los. Über Frankfurt und Hannover nach Bremen. Nach dem Frühstücken, dem Lesen des Messeprogramms und einem kleinen Nickerchen, komme ich um 10:45 Uhr in Bremen an.

Mein dritter Besuch auf der Boatfit. Aber diese Jahr ist es anders. Die Jahre zuvor waren wir (Tanja und ich) noch keine Bootsbesitzer. Ich hatte mir im Vorhinein ein paar Vorträge zum Refit herausgesucht und hoffe nun, einige Informationen mitnehmen zu können.

Beim ersten Durchschlendern gibt es viel Bekanntes zu sehen. Der Aufbau der Hallen ist wie in den Jahren zuvor und auch die ausstellenden Firmen sind nahezu gleich. Aber ich habe konkrete Fragen im Kopf und hoffe hier auf Antworten. Ein Problem ist unser Mastkabel. Es scheint als hätten wir einen Kabelbruch und leider steckt es auch fest im Mast. Tipps habe ich bekommen. Aber diese Baustelle wird wohl etwas aufwändiger als gedacht:-(

Um 17:00 Uhr gibt es noch einen Vortrag von Hinnerik Weiler „Einhand/Zweihand: Segeln mit kleiner Crew“. Ich kann aus dieser Stunde einiges mit nach Hause nehmen. Ein Bild ist mir besonders im Gedächtnis geblieben:

Crew mit zwei Händen
Crew mit zwei Händen

Müde und mit vielen Einrücken geht es dann zu meiner Unterkunft.Kajüte Ich habe mich auf der „Ronja“, einem Zweimastklipper. eingebucht. Diese liegt direkt auf der Weser vor der Eisenbahnbrücke. Für Gäste gibt es eine Kajüte im Vorschiff. Sehr gemütlich, schön eingerichtet und warm. Ich werde von Benjamin freundlich empfangen und mache es mir gemütlich.

PizzaDoch bevor es in die Koje geht, gibt es noch Pizza und ein Telefonat mit Tanja. 21:00 Uhr: Bettruhe

 

Die Sonne scheint durch die kleinen Luken. Was für ein perfekter Morgen. Das Deck ist mit Raureif bedeckt

Morgenstimmung
Morgenstimmung

aber der Himmel strahlt blau. Nach einer heißen Dusche geht es, an der Weser entlang, Richtung Schlachte/Zentrum. Ich habe ja noch etwas Zeit, bis die Messetore öffnen.

Blick Weser flußaufwärts
Blick Weser flußaufwärts

 

 

Im Café „Alex“ gibt es dann Frühstücksbüffet. Leider bekomme ich das WLAN nicht zum Laufen. Somit gibt es keine Bilder für zu Hause. Mit vollem Bauch geht es zur Messe.

 

11:00 Uhr Spleißen! Handwerklich bin ich nicht ganz unbegabt aber ich bin kein Knotenkünstler und für mehr als eine Takling hat es bisher nicht gereicht. Der Workshop weckt meinen Ehrgeiz. Ich werden wohl noch etwas üben müssen.

Bloggerseminar: Tolle zweieinhalb Stunden! Ich habe einiges mitnehmen können. Vor allem viele Anregungen über den Aufbau, Do’s and Dont’s. Großes Lob an Hinnerik!

Restaurant Übersee Stammtisch der GFK-Klassiker: Gegen 19:00 Uhr

Übersee Museum
Übersee Museum

treffe ich mit den Ersten des GFK-Klassiker ein. Die GFK-Klassiker sind ein Verein zum Erhalt von klassischen Yachten aus GFK. Die meisten Mitglieder haben ihre Boote an der Ostsee liegen. Es gibt aktuell noch wenig Mitglieder aus den Niederlanden. Doch gibt es doch gerade hier viele schöne Boote aus den 70iger und 80iger Jahren! Zufällig hat mein Sitznachbar sein Stahlboot auch in Holland liegen. Ok es gibt auch Ausnahmen!

 

Rückreise Sonntag: Schön ausschlafen. Die Sonne lacht heute wieder vom Himmel. Ausgiebiger Spaziergang an der Weser, ein Frühstück beim Bäcker und um 10:15 Uhr geht es wieder nach Hause.

Windmühle
Nicht Holland. Bremen!

Tschüss Bremen bis nächstes Jahr?

Tracking Daten unserer Törns

…seit diesem Jahr dürfen wir unsere aufgezeichneten Tracking Daten Euch zur Verfügung stellen.

Wir nutzen die Seekarten des NV-Verlages und zeichnen unsere Törns in der NV-APP auf. Über die Sharing Funktion werden die Daten auf den NV-APP Share gespeichert. Infos sind hier zu finden.

Und so kann das aussehen:-)

Quelle Seekarte: NV Verlag, Eckernförde –
NV.Atlas NL1 – NV.Atlas NL1 – Borkum naar Oostende
NV.Atlas NL2 – Waddenzee
NV.Atlas NL3 – Ijsselmeer en Randmeeren

Dreck und Speck

Ostern 2015. Das Wetter ist auf unserer Seite. Wir fahren nach Woudsend….Im Gepäck, zahllose Reinigungs-, Polier- und Reinemachmittelchen, Antifouling und Pockenfett, Putzlappen, alte Handtücher, Handschuhe, Pinsel und Farbrollen, Werkzeugkasten und Arbeitsklamotten…..

Los geht es, unsere DECISION wird gereinigt, von innen, von außen, alle Leinen, das Deck, das Gräting, die Backskiste, in der sich über Jahre ein kleines Biotop gebildet hat. Unendlich viele Eimer mit warmem Wasser holen wir 200 Meter entfernt und schleifen sie auf das Boot. Der Leiter, mit der wir das Boot an Land besteigen, fehlen Sprossen…Das Putzen entpuppt sich so schnell zum Fitnesstraining. Braun-grünes Wasser fließt aus allen Bootsauslässen, unsere Hände gleichen den Händen einer Wasserleiche nach Stunden des Schrubbens. Wir werden angesprochen, ob wir das Boot neu gekauft hätten, denn mit so viel Liebe und Elan wäre man für gewöhnlich nur im ersten Jahr bei der Sache.

Und siehe da, das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Schön sieht sie aus.

Vorher Nachher 1 Vorher Nachher 2

Wir schleifen die alte Schicht Antifouling ab und beginnen mit dem Aufbringen der neuen Schicht….Das Glück mit dem Wetter verlässt uns, es windet stark und gegen Ende beginnt es auch noch zu regnen. Wir schaffen es gerade noch so, fertig zu werden, bevor der Regen zu stark wird, zum Weitermachen. Nur einige wenige Stellen, die Stellen, an denen das Regenwasser von Deck am Rumpf entlang abläuft, bekommen wir nicht sauber hin. Durch den Regen haftet das Antifouling hier nicht mehr. Egal….Ein Blick in den Spiegel verrät, auch unsere Gesichter, Hände und Klamotten ziert nun eine Schicht Antifouling. Hier müssen wir im nächsten Jahr sehr viel vorsichtiger und schlichtweg besser werden.

Am darauffolgenden Tag beginnt Wolfgang mit den Polierarbeiten, während Tanja sich noch mit dem Innenraum, den Fendern und sonstigen Dingen beschäftigt. Wolfgang poliert, poliert, poliert….und kommt sich dabei vor wie Daniel Sun im Film Karate Kid „Auftragen – Polieren, Auftragen – Polieren“. Einen ganzen Tag lang….abends sind Wolfgangs Arme schwer, die Schultern brennen. Aber die Mühen haben sich gelohnt, DECISION erstrahlt.

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Walter´s Segelwochenende

Nachdem wir unser Boot nun schon ein paar Monate im Wasser haben, sind natürlich auch unsere Familien gespannt. Als erster Mitsegler wird uns Wolfgang´s Vater begleiten

Wir planen ein Wochenende im August dafür ein. Wir reservieren ihm ein Hotel in Enkhuizen und buchen uns gleich noch für das gemeinsame Frühstück dazu. Das Hotel liegt günstig in Hafennähe und so können wir Sonntag einen schönen Törn auf dem Ijsselmeer machen. Pustekuchen!

Schon bei der Abreise am Samstag Morgen war Regen gemeldet. Wir sind früh losgefahren und auch gut durch den Verkehr gekommen. Am Hafen angekommen geht es erst mal zum Boot. Wir erklären die „Teile“ über und unter Deck. Nach einer kleinen Stärkung an Board und dem Check-In im Hotel beschließen wir, noch eine „kleine“ Runde zu drehen. Das Wetter ist uns bis jetzt gut gesonnen.

Nach einer kleinen Sicherheitseinweisung und dem Anlegen der Rettungswesten tuckern wir aus dem Hafen. Gleich nach der KG2 in Enkhuizen werden die Segel gesetzt und wir segeln gemütlich am Tonnenstrich des Abschlussdeichs entlang. Wende und zurück in den Hafen. Und nach 6,35 sm ist der Törn zu Ende.

Tag zwei:
Wir können es am Morgen schon unter Deck hören. REGEN! Naja erst mal frühstücken im Hotel. Wir kommen ein paar Minuten zu spät. Das Frühstück war gut und üppig. Der Regen auch! Ohne Ölzeug wird das heute nichts werden. Hafentag!

Wolfgang´s Vater erkundet mit der Regenjacke und dem Foto bewaffnet die Stadt und wir kümmern uns um ein paar ToDo´s auf unserer langen Liste. Nach drei Stunden treffen wir uns wieder. Fazit: feines Städtchen. Da habt ihr euch aber einen schönen Liegeplatz ausgesucht.

Wir gehen zum Abschluss in der Mastenbar noch was essen und machen uns auf die Heimreise. Der Regen hat uns übrigens bis nach Hause verfolgt.

Somit steht die Wiederholung für 2016 noch aus.

Quelle Seekarte: NV Verlag, Eckernförde – NV.Atlas NL3 – Ijsselmeer en Randmeeren

Der erste Törn!

Die Überfahrt von Woudsend nach Enkhuizen,

nach unserer „Dreck-und-Speck-Aktion“ wurde unsere DECISION vom uneingeschränkt empfehlenswerten „Reekers-Team“ in Woudsend in unserer Abwesenheit zu Wasser gelassen.

Als wir mitten in der Nacht in Woudsend eintreffen, sind wir echt wahnsinnig gespannt, ob sie denn auch schwimmt 😆  Natürlich tut sie das. Wir verbringen unsere erste Nacht an Bord. Wat spannend!, wie die Niederländer sagen würden. Es ist die gefühlt kälteste Nacht unseres Lebens (elektrischen Heizlüfter können wir nicht verwenden, weil kein Stromanschluss mitten in der Nacht; die Webasto einzuschalten, trauen wir uns noch nicht, weil wir nicht wissen, wie es um den Dieselvorrat steht.)

Am darauffolgenden Morgen das erste Frühstück an Bord. Danach folgen so essenzielle Dinge wie Segel anschlagen, einige vergebliche Versuche, die Sprayhood anzubringen, das Füllen der Schränke mit Pütt und Pann, Wasser und Diesel bunkern. Tanja fährt derweil das Auto nach Enkhuizen und dann mit Fähre, Bahn und Bus zurück nach Woudsend.  Am späten Nachmittag der Legendäre Augenblick der Schiffstaufe.

Am nächsten Morgen ist es soweit, unsere Jungfernfahrt. Der Motor läuft, im Morgengrauen motoren wir durch die flachen, kurvigen und absolut idyllischen Kanälchen. Was für ein Gefühl!

Abfahrt_Woudsend
In den Startlöchern

Wir tuckern gemütlich und beinahe alleine vor uns hin. Erst ab der Staande Mastroute Richtung Lemmer kommt mehr Verkehr auf. Das ist wirklich aufregend.

Wir werden leicht nervös, die erste Schleuse kommt näher. Aber alles ganz easy…

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Vor der Schleuse

Wir verlassen den Schleusenkanal und können kurz darauf das Setzen der Segel vorbereiten. Bei 2Bft haben wir hier zum Testen und Probieren ideale Bedingungen. Erst das Großsegel und gleich darauf die Genua und siehe da

Die Maxi kann segeln
Die Maxi kann segeln

Wir fahren einige Manöver und alles läuft gut! freu

Die Zeit drückt, denn wir müssen heute noch nach Hause fahren. Daher beschließen wir, unseren Solé anzuwerfen. Unter Maschine laufen wir die restlichen Meilen bis zu unserem neuen Sommerliegeplatz. Der Anleger in J2 klappt auch, wir sind happy.

Wir packen alles zusammen, kontrollieren mehrfach alle Festmacher und lassen mit einem leicht unsicheren Gefühl unser Boot zurück. Haben wir an alles gedacht? Ventile zu? Hauptschalter aus?

Festmachen in Enkhuizen
Festmachen in Enkhuizen

 

Neue Fenster braucht die Maxi

Nach unserem letzten Törn war es klar. Das Ijsselmeer hatte ordentlich durch unsere Fenster gespuckt! Und was nun? Fenster ausbauen oder abdichten? Wir wollten ja diesen Sommer noch auf die Nordsee…

Scheibe_Wasser

Nach etwas Suche im Netz bin ich auf einen Artikel der Zeitschrift Palstek gekommen. Es stand für uns beide recht schnell fest, dass es wohl neue Fenster werden. Aber welches Material? Können wir das selbst einbauen? Wann machen wir das?

Wir haben ein Angebot von einem örtlichen Glaser über meinen Schwager bekommen. Der Preis war ok aber mindestens vier Wochen Lieferzeit und am besten zuvor die alten Fenster ausbauen. Noch am gleichen Tag haben wir mit einer Spezialfirma für Bootsglas gesprochen. Er machte uns Hoffnung und wir würden die neuen Scheiben innerhalb einer Woche bekommen. Wir haben den Auftrag erteilt.

Ein Woche später führ ich alleine nach Enkhuizen und die alten Fenster wurden ausgebaut.

Scheibe_augebaut

Die alten Scheiben gut verpackt und ins Auto geladen.

Fenster verklebt1´mit Folie verklebt…

 

Scheibe_alt_pur

Noch auf dem Weg nach Hause konnte ich die alten Scheiben beim Betrieb für Marine-Plexiglasscheiben abgeben. Ich wurde noch mal ausgiebig beraten und wir haben die Scheibenfarbe besprochen.

Am Donnerstag kamen die neuen Scheiben nach Hause und freitags ging es wieder nach NL zu Montage. Wir durften die Maxi an den Kran legen und konnten so den ganzen Tag ungestört arbeiten. Ja den ganzen Tag!

Wir bekamen eine sehr gute Anleitung mitgeliefert. Und nach Reinigung, Primer und sechs Kartuschen Sika sind wir fertig und hungrig:-)

Scheibe_neu

Nach drei Tagen des Trocknens und Wartens konnten wir wie geplant unseren „Rund Holland Törn starten. Aber dazu später…

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Einmal Rund Holland, bitte!

Enkhuizen, Den Oever, Oudeschild (Texel), Ijmuiden, Muiden, Marken, Monikendam, Urk, Enkhuizen

Zweieinhalb Wochen Sommerurlaub stehen an und wir brauchen dringen Erholung. Doch halt, da war ja noch was. Unsere neuen Seitenfenster müssen noch einen Tag aushärten. Die Abfahrt verschiebt sich also noch.

Wir nutzen die Zeit für Ausflüge mit dem Auto. Wir besuchen Amsterdam und erkunden die Küste bei Egmond aan Zee. Die Zeit geht schnell vorbei.

Am Dienstag geht es mit neuen Fenster und einer motivierten Crew los. Ziel: Den Oever. Gegen Nachmittag erreichen wir den Binnenhafen von den Oever. Wir machen noch einen sehr langen Spaziergang zur Schleusenanlage um festzustellen, dass wir aufgrund des Zauns nichts sehen können.

Der nächste Morgen war recht diesig und wir sind durch die Stevinsluizen raus auf die Waddenzee.

DenOever Schleuse
DenOever Schleuse

Der Konvoi verteilt sich nach der Schleuse im Wattfahrwasser recht schnell. Wir sind noch etwas früh dran und haben somit noch etwas Strom gegen an.  Wir sehen Seehunde auf den Bänken und Fischer.

Fischer auf der Waddenzee
Fischer auf der Waddenzee

Das Wetter wird freundlicher und wir erreichen am frühen Nachmittag die Einfahrt zum Waddenhafen Texel. Im Revierführer stand etwas von starkem Queerstrom zur Hafeneinfahrt. -Ja das stimmt!- Aber mit ordentlich „Speed“ rauschen wir in den Hafen ein. Der Hafenmeister empfängt hier seine Gäste mit seinem roten Schauchboot. Wir bekommen einen etwas zu kleinen Platz zugewiesen und beim Anlegen wird es noch sehr eng zwischen Boot und Stromkasten;-)

Waddenhafen Texel
Waddenhafen Texel

Die nächsten Tage erkunden wir die Insel mit dem Bus, Fahrrad und zu Fuß. Wir kochen, essen Eis, Fischbrötchen und entspannen. Das Wetter spielt auch mit und die Zeit vergeht wie im Flug.

De Slufter im Norden von Texel
De Slufter im Norden von Texel

Die Wettervorsage sagte eine Windrichtungsänderung auf SÜD voraus.  Wir wollen ja nach SÜDEN Richtung Ijmuiden! Wir legen gegen 10 Uhr bei Südwest 4Bft in Oudeschild ab. Trotz leichten Stroms gegen an, kommen wir gut voran. Nachdem wir die Marsdiep verlassen haben, legt der Wind auf 5Bft zu.

Bis Bergen aan Zee kommen wir gut voran. Doch leider dreht der Wind etwas früher auf SSW. Somit müssen wir sehr hoch an den Wind. Wir freuen uns, dass wir die Verfolgerin, eine Feeling, lange Zeit auf Abstand halten können.

Feeling gegen Maxi-)
Feeling gegen Maxi-)

Nachdem wir schon endlos lange die Industriegebäude von Ijmuiden und das Tonnengewirr der Hafeneinfahrt sehen, erreichen wir kurz vor Dämmerung den Hafen. Wir legen uns längsseits mit andern Yachten an die Pier, bezahlen beim Hafenmeister und kochen uns was feines. Am Abend lauschen wir unseren Nachbarn….

Ijmuiden hat nicht viel zu bieten und wir beschließen, noch morgens abzulegen und durch den Kanal bis Muiden zu fahren. Der Morgen ist wieder mal sehr kühl. Wir motoren durch den Nordseekanal entlang an Amsterdam. Man braucht rund um den Hauptbahnhof ein wachsames Auge. Fährverkehr!

Amsterdam Hauptbahnhof
Amsterdam Hauptbahnhof
Norseekanal. Hier gibt es auch große Potte!
Norseekanal. Hier gibt es auch große Potte!

Das Wetter wird schöner und wir erreichen bald die oranje sluizen.

Tanja beim Schleusenmanöver
Tanja beim Schleusenmanöver

In Muiden bekommen wir den letzten Liegeplatz für diesen Tag. Der Hafen wird vom der Koninklijke Nederlandse Zeil & Roeivereniging betrieben. Der Hafenmeister hat nun Feierabend aber wir können die guten Einrichtungen des Hafen´s genießen und drehen noch eine Runde durch den schönen Ort.

Das Schloß von Muiden
Das Schloß von Muiden

Wir wollen weiter nach Marken. Das ist eigentlich nur eine Katzensprung. Aber zuerst müssen wir uns um die Genua kümmern. Die klemmt in der Hälfte fest und mag weder hoch noch runter   😕   . Ein freundlicher niederländischer Segler von Steg gegenüber hilft uns weiter 😀  . So geht es dann Mittags rüber nach Marken. Wir legen uns an den Seitensteg und erkunden den Ort. Es gibt zwar einen Hafenmeister, der kassiert, aber es gibt keine sanitären Einrichtungen.

Marken eine kleine Insel
Marken eine kleine Insel
Was haben die auf unseren neuen Fenstern verloren?
Was haben die auf unseren neuen Fenstern verloren?

Weiter geht es nach Monikendam. Duschen und Stadt erkunden. Am nächsten Tag geht es unter Schmetterling quer durchs Markermeer nach Lelystad. Wir wollen aber nur durch die Schleuse. Wie wir das schon aus den Chartertörns kennen, ist hier einiges los. Daher müssen wir erst mal Kreise drehen…

Warten vor der Brücke in Lelystad
Warten vor der Brücke in Lelystad

Nach der Schleuse können wir direkt wieder Segel setzen und bei Sonne geht es Richtung Urk.

Urk in Sicht!
Urk in Sicht!

Wir legen uns in den Vereinshafen und erkunden gleich die Stadt. Wir wollen das tolle Fischrestaurant ausprobieren. Tipp aus dem Segeln-Forum!

Der Hafen von Urk
Der Hafen von Urk

Heute müssen wir zurück. Unser Urlaub ist fast zu Ende und das Wetter wird etwas schlechter…

Quelle Seekarte: NV Verlag, Eckernförde –
NV.Atlas NL1 – NV.Atlas NL1 – Borkum naar Oostende
NV.Atlas NL2 – Waddenzee
NV.Atlas NL3 – Ijsselmeer en Randmeeren