Dinge die man kauft und hoffentlich niemals braucht

Hört sich erst mal komisch an und doch haben wir alle solche „Dinge“. Das sind beispielsweise Versicherungen, Verträge und Defibrillatoren . Jedoch geht es in diesem Beitrag um die Rettungsinsel oder  Rettungsflöße wie der Schiffssicherheitsverordnung (SchSV) es nennt. Viele Boote haben sie an Bord und niemand möchte sie wirklich im Ernstfall einsetzen müssen. Wir fühlen uns auch besser wenn wir wissen, dass wir im Ernstfall einen „Plan B“ haben. Doch wird dieser auch funktionieren? Wo habe ich die Insel verstaut? Wie wird sich ausgelöst? Und wie kommen ich überhaupt in die Insel? Mit diesen Fragen wird sich wohl jeder verantwortungsvolle Schiffsführer mal auseinander gesetzt haben.

Insbesondere bei den Einstiegshilfen gibt es große Unterschiede

Schon kurz nach dem Kauf der Decision und noch vor unserem ersten längeren Törn über die Nordsee haben wir uns ein Liferaft zugelegt. Wir haben uns für eine gebrauchte, etwa ein Jahr alte, Insel in der Tasche entschieden. Seit dieser Zeit fristete sie ihr Dasein in der Backskiste unter Festmachern, Leinen und eben Dingen, die man so in der Backkiste über die Zeit ansammelt;-). Brav holen wir sie alle drei Jahre raus und bringen sie zur Wartung. Doch die fast 40kg schwere Tasche aus der Backkiste zu holen ist ein echter Kraftakt und wir sind über diese Lagermöglichkeit nicht wirklich glücklich.

Nachdem die Insel nun erneut „abgelaufen“ ist und inspiriert durch den Artikel von Sönke Röver auf Blauwasser haben wir uns erneut mit der Thematik beschäftigt. Unsere Decision ist ein kleines Boot und somit sind die Stauoptionen begrenzt. Eine Tasche unter Deck oder in der Backkiste wollten wir nicht länger. Im Ernstfall ist das Rettungsmittel aus unserer Sicht nicht schnell genug einsatzfähig. Den Heckkorb können wir nicht verwenden und daher bleibt nur die Decksmontage als praktikable Lösung übrig.

Zunächst ging es für uns im Januar 2026 auf die Boot nach Düsseldorf. Wir möchten uns verschiedene Modelle anschauen. Vor dem Besuch der Messe war unser Favorit die Insel von Plastimo, jedoch hat uns die Einstiegshilfe am Ende nicht überzeugt. Die Produkte von Viking überzeugen in Punkt Sicherheit voll und ganz, liegen aber außerhalb unseres Budgets. Letztendlich war die Reise doch sehr aufschlussreich, auch wenn wir am Ende nur wussten, was wir nicht möchten.

Letztendlich haben wir uns für eine SeaSafe / Pro-Light PL-SR4 entschieden. Für uns maßgeblich für die Entscheidung sind:

  • Stabile und praktische Einstieghilfe
  • kompakte Abmessungen des Containers
  • 12 Jahre Garantie
  • Selbstaufrichtend
  • attraktiver Kaufpreis / Wartung

Nachdem nun die Maße für den Container der Insel feststehen, haben wir einen Dummy gebaut und dieser hat uns eine Woche an Deck begleitet. So können wir am Ende am Besten bewerten, ob uns die Insel „stört“. Ist der Blick nach vorn eingeschränkt (insbesondere im Hafen)? Stört sie beim Laufen über das Deck oder beim Setzen der Segel? Bekommen wir unsere Fender noch verstaut? Das Ergebnis fällt positiv aus und wir können die Insel und den Halter ordern.

Montage

Für die Montage der Halterung müssen wir etwas tricksen, denn das Rettungsfloß ist genau über dem Deckslüfter montiert. So lassen wir uns bei einer örtlichen Schreinerei Teackleisten mit der „Krümmung“ des Tecks anfertigen. Diese kleben wir auf und haben eine exakt ebene Fläche für die Montage.

Die nächste kleine Herausforderung haben wir mit dem Niederholder. Dieser ist mit einem Draht am Baum befestigt. Daher ersetzen wir den Draht gegen Dynema. Zwar stößt die Leine im Normalfall nicht an, ist aber insgesamt die smartere Lösung

Unser neues „Kästchen“ begleitet uns seit ein paar Wochen. Hoffen wir mal das wir es nie „auspacken“ müssen.